Ja, Freunde der gepflegten Couch-Unterhaltung: Es ist mal wieder soweit! Ein neues Format hat das Licht der Flimmerkistenwelt entdeckt. Es geht um nackte Haut, Stereotypen und Harald Glööckler. Vielversprechend also? Na, dann lasst mal sehen… .

In einer Zeit, in der es Sophia Thomalla schafft mit ihren 70kg Plus- Posts einen Shitstorm auszulösen, sei auch auch Blick auf „Curvy Supermodel“ gewagt. Wir freuen uns. Irgendwie ist es ja auch an der Zeit, dass nicht nur Models wie Silvana Denker mit ihrer Bodylove-Kampagne erkennen, dass sich auch kurvige Menschen zeigen dürfen.

Yay. 20.15 Uhr. Ab auf die Couch! Und nun? „Schöne schlanke Beine!“… sagt der Juror, also der, den ich nicht kenne. Von dem ich auch noch nichts gehört habe. Nicht schlimm. Habe bei 80% beim Heidi Klum Pendant ja auch nie („Bekannte Fotografin… blablabla…!“ Alle so: „Yaaaay!“ Ich so: „Wer?“). Egal. Er lobt also die schlanken Beine. In einer Sendung, die „Curvy Supermodel“ heißt. Egal. Das ist RTL2 und kein Kindergeburtstag. Da muss man durch.

Naja, gut. Gott sei Dank scheinen hier wirklich „echte“ Frauen im Vordergr… „Alles muss fest sein.“ schallt es wieder von der Jury.

Okay. Weltbild neu sortieren. Curvy UND fest. Wir kennen also den Endgegner dieser Staffel: das weitestgehend Unrealistische.

curvysupermodel_rtl2_teilnehmer

Die Curvy Supermodel Teilnehmerinnen

Doch egal… was ich eigenlich sagen möchte (und was wohl auch die Quintessenz des Abends sein dürfte): es gibt dünne arrogante Damen und es gibt „curvy“ arrogante Damen. Beide Parteien scheinen sich nicht wirklich aufeinander einlassen zu können. Weshalb? Bodyshaming ist wohl mit eines der besch******* Phänomene des 21. Jahrhunderts (mal abgesehen von der AFD). Frauen mit einer Kleidergröße von 32/34 passen hier ebenso nicht ins „Normalo-Raster“ wie Frauen ab 38… warum müssen also diese beiden „Randgruppen“ (ihr wisst, wie ich es meine) aufeinander einschießen? Und das in einer Sendung, die eigentlich für soetwas wie Toleranz stehen sollte? Wenn eine Curvy Bewerberin vor laufender Kamera über „Skelette“ herzieht, wirkt das für mich weniger sympathisch. Ebensowenig natürlich umgekehrt.

„Curvy Supermodel“ erfüllt für mich -leider mal wieder- so ziemlich alle Klischees einer Modelsendung. Zehn Uschis, Bademode und ein Juror, der eine Kandidatin „heiß und geil“ findet. Kompetenz oder Schwanzsteuerung? Das ist hier die Frage.

Irgendwie sitzen wir doch alle im selben Boot. Oder, wie es Robbie in Bodies singt: „All we’ve ever wanted is to look good naked, hope that someone can take it.“

Liebst,

Conny

 

 


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