Hallo, ihr Lieben!

Gestern war ein Tag, der seitens der großen Modeketten wohl eher weniger beachtet wurde. Während wieder einmal zahlreiche Blogger ihr „OOTD“ posteten, wurde anderswo der „Fashion Fairday“ gefeiert. Die Forderung, die sich hinter diesem Tag verbirgt, ist klar: der deutsche Markt soll mit Hinblick auf die angebotenen Textilien fairer werden. Viele Städte haben sich dem Aktionstag angeschlossen.

So bekamen die Passanten auf der Kölner Schildergasse beispielsweise eine ganz besondere Modenschau geboten. Die Stars? Models im schwarzen Morphsuit, die das Motto „Mein Lieblingsstück – ich will’s fair!“ vertraten. Unter anderem war auch die Arbeitsrechtlerin Nazma Akter aus Bangladesch (ja, liebe Modeblogger, das ist das Wort, das immer auf dem Primark-Label zu finden ist) zu Gast. Nazma arbeitete im Alter von elf Jahren in einer Textilfabrik. Heute engagiert sie sich für die Arbeiter- und Frauenrechte in der Bekleidungsindustrie.

„Bei Kaffee, Bananen oder Rosen haben Verbraucher Fairtrade auf dem Radar“, sagte TransFair-Vorstandsvorsitzender Dieter Overath. „Bei Kleidung ist das noch anders: Hier steckt der faire Handel noch in den Kinderschuhen. Am Fashion Fairday zeigen wir deshalb einerseits: Faire Mode steht konventioneller an Style in nichts nach. Auch der Preis muss nicht deutlich höher sein, weil die Margen der Markeninhaber deutlich mehr ins Gewicht fallen als die Löhne der Arbeiterinnen. Deshalb fordern wir: mehr Fairness in die Lieferkette und damit mehr faire Mode in den deutschen Handel!“

Für Nazma ist klar, welche Richtung eingeschlagen werden muss. „Benötigt werden existenzsichernde Löhne, anständige Lebensbedingungen, sichere Unterkünfte, Vereinigungsfreiheit, das Recht auf Tarifverhandlungen, mehr Problembewusstsein, Bildungsangebote für Kinder, Gesundheitsversorgung und bessere Ernährung. Wenn diese Rechte eingehalten würden, könnte das unsere Branche und die gesamte Arbeitskultur so sehr verbessern.“

Daher vielleicht gerade mal am Monatsanfang beim monatlichen Shoppingbummel ein wenig genauer hinschauen. Alles auf dem Rücken einer großen Kette mit dem „P“ auszutragen, wäre hier sicherlich falsch. Immerhin produzieren auch gerade die großen, bekannten Ketten mittlerweile möglichst billig und teilweise unter unzumutbaren Bedingungen.

Die Frage ist: Wo kann ich noch kaufen und gleichzeitig mein Karma streicheln? Kleine Läden, die noch handmade in Deutschland produzieren sind hier sicherlich zu empfehlen. Auch Second Hand dürfte für den ein oder anderen eine sinnvolle Alternative sein. Mit Hinblick auf das Pushen von Kinderarbeit bzw. schlechten Arbeitsbedingungen ist ein Boykott der Masse jedoch sicherlich das Einzige, was auf lange Sicht gesehen helfen kann. Leider.

Liebst,

Conny

 


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