Richard David Precht im Düsseldorfer Schauspielhaus – Über die Zukunft der Arbeit!

„Ihre Kompetenz schwimmt in einem Meer von Inkompetenz.“ (R. D. Precht)

Hallo, ihr Lieben!

Wer sich für Philosophie interessiert, kennt Richard David Precht. Irgendwie gehört er zu den Menschen, denen wir stundenlang zuhören könnten, um dann festzustellen: die Welt ist nicht soooo schlecht,… WENN wir noch die Kurve kriegen.

Sicherlich hat es sie immer gegeben: die Vordenker. Diejenigen, die sich Gedanken darüber gemacht haben: „Was wäre wenn…?“. Dass Precht den Blick über den Tellerrand besser beherrscht als viele andere, hat er in seinem ersten Vortrag der insgesamt dreiteiligen Reihe eindeutig bewiesen.

Inhaltlich ging es um das, was uns alle angeht: die Arbeit. Oft mit einem Lächeln auf den Lippen, manchmal gedanklich herausfordernd, aber immer extrem fesselnd haben wir uns mit ihm auf eine circa 70 minütige Reise durch die Arbeitswelt begeben- und erkannt, dass sich hier sicherlich in den kommenden Jahrzehnten viel verändern wird.

Die Botschaft ist nicht immer rosig

Publikum bei Richard David Precht (Schauspielhaus Düsseldorf)

Precht erklärt, dass in den kommenden Jahren etliche Arbeitsplätze wegfallen werden. Genaugenommen die, bei „denen Sie jetzt noch vor der Rückwand eines PCs sitzen und von einem Menschen, der am PC sitzt, beraten werden.“ Deprimierend? Mag sein. Dennoch zeigt der Philosoph, so niederschmetternd die Prophezeiungen manchmal sein mögen, auch immer die positiven Aspekte der derzeitigen Entwicklungen auf.

Er vergleicht die erste, zweite und dritte industrielle Revolution mit der Digitalisierung, erklärt jedoch auch, dass die ökonomische Entwicklung nicht immer und grenzenlos gesteigert werden könne.

„Derzeit dekorieren wir die Liegestühle auf der Titanic.“ Klatschen im Saal. Der erste Gänsehautmoment meinerseits folgt spätestens dann, als Precht einen Blick in die Geschichte der Mobiltelefonie wagt. „Wenn ich Sie jetzt fragen würde: „Was ist Ihnen wichtiger? Ihr Smartphone oder Ihr Wahlrecht…“ weiter muss er nicht reden. Und irgendwie schäme ich mich ob meiner Antwort.

Philosophisch lachen

Spätestens heute dürfte der letzte Besucher im Düsseldorfer Schauspielhaus jedoch auch erkannt haben, dass Philosophie nicht langweilig sein muss. Im Gegenteil! Der oben erwähnte „Blick über den Tellerrand“ kann beängstigen, aber auch Spaß machen.

Thematisch wurde nicht „nur“ die Zukunft der Arbeit, die Aussichten für bestimmte Berufe und deren Entwicklungen behandelt. Vielmehr ging es unter anderem auch um Krankheiten-googelnde Mütter („Google kann nicht alles!“), um Bildung, um selbstfahrende Autos, die sicherlich bald einmal vor der Entscheidung stehen werden, ob sie im Notfall in die Richtung des auf der Straße stehenden Kindes oder der Oma ausweichen und um Politik.

Die Zuschauer haben es sichtlich genossen, Precht zuzuhören und diskutierten auf der Straße noch über die angeschnittenen Themen weiter. Jeder auf seine Art, jeder mit seiner Meinung.  Oder -um es mit Prechts Worten zu sagen- „Vielleicht glauben Sie nicht, dass es in zehn Jahren die selbstfahrenden Autos in Düsseldorf-Flingern geben wird. Dann irren Sie sich,… aber das ist okay.“

Wir freuen uns auf den nächsten Vortrag am 26. November!

Liebst,

Conny

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