„Waaas? Das ist nicht Bibi!“ sagt mein Kollege… und er hat Recht. Lina Larissa Strahl ist über „Hex Hex!“ und „Kartoffelbrei“ hinausgewachsen. Genau das zeigt sich auch bei ihren neuen Album. Wer mit flockigem „Up, up, up!“ rechnet, wird schon ab den ersten Tönen eines Besseren belehrt. Durchaus rockig, nicht mainstream und durchaus auch tiefsinnig singt und groovt sich Lina durch insgesamt 15 Songs.

Eine R3BELLIN mit Potenzial

Wer sich einmal Bilder von den aktuellen Lina Konzerten angeschaut hat, weiß, dass Lina mittlerweile schon lange nicht mehr für Bibi gefeiert wird. Fraglich ist auch, ob ihre ganz jungen Fans Bibi überhaupt kennen (zumindest sicherlich nicht mehr auf MC-Kassette).

Hauptthema des Albums ist nicht nur die Liebe, sondern auch die Frage nach sich selbst. Die Suche nach dem Sinn hinter Instagram und die Erkenntnis, dass das Image in sozialen Medien doch nicht alles zu sein scheint.

Euphorie in Pink

Pink ist nicht nur die Optik des Albums. An der ein oder anderen Stelle erinnert mich Lina auch an die Sängerin Pink… und das nicht nur im Video zu „Hype“, in dem sie auf einem Schönheits-OP-Tisch liegt und über verzerrte Schönheitsideale singt.

Und trotzdem bin ich der Meinung, dass hier kein P!NK Kult zelebriert wird, sondern dass es hier gerade wirklich jemand schafft, von der Kinderrolle im Film zu einer ernstzunehmenden Sängerin zu avancieren. Immerhin hat sie es in der Vergangenheit auch geschafft, 2013 zur „Nachwuchskomponistin des Jahres“ gewählt zu werden. 

R3BELLIN reiht sich in die beiden vorherigen Erfolge ein und wirkt noch selbstsicherer… und so rockig, dass sich Songs wie „Bescheuertes Herz“ und „Alles rosa“ auch einen Platz auf meiner Playlist gesichert haben. Und seien wir ehrlich: eigentlich, wenn ich mich ein wenig beeilt hätte, könnte ich Linas Mutter sein…

Liebst,

Conny