Ja, er ist gealtert,… ein bisschen. Und seine Stimme? Sie ist weicher geworden, aber das Kratzige ist noch vorhanden.

Paul Young ist zurück. Zum richtigen Zeitpunkt vermutlich. Wieder so ein Ding, wo man sich fragt, was um Himmels Willen gerade los ist, dass alles zur selben Zeit geschieht. War mit Boybands so, mit der Neuen Deutschen Welle, die kam und verschwand und mit ähnlich konzipierten Fernsehserien.

Hier hat nun keiner den richtigen Zeitpunkt versäumt. Kein Rick Astley, keine Cyndi Lauper (deren neue Alben wir ebenfalls kürzlich vorgestellt haben) und auch kein Paul Young. Das Revival geht weiter. Und es stellt sich die Frage, was, beziehungsweise wer da noch auf uns zukommen wird, um mit der selben Welle ein paar Verkaufszahlen mitzunehmen.
Aber Moment, nicht jedem Leser, jeder Leserin wird der Name vielleicht noch etwas sagen. Paul Young ist der Mann, der in den glorreichen Achtziger mit seinem Megaseller „No parlez“ Hits wie „Come back and stay“ hervorbrachte. Nach „Love of the common people“ und „Wherever I lay my hat“ haben wohl die meisten von uns nicht mehr viel von dem britischen Sänger wahrgenommen.
Nun gibt es also „Good thing“. Als Produzent fungiert ein ebenfalls bekannter Name der Achtziger-Ära: Arthur Baker. Er arbeitete seinerzeit mit Künstlern wie ABC oder New Order.
Spannender Moment also zu erfahren, mit welchem Sound sich zwei Altstars der Eighties in die Neuzeit retten. Im Uptempo geht es los. LOVE könnte bei Begeisterung der Hörerschaft prägend für den Rest des Albums sein. Ja, wir lieben ihn immer noch? Soft geht es weiter. In der Kurzform: es ist kein langersehntes neues Popalbum geworden.

Young präsentiert sich bluesig, soulig. Neue Songs? Fehlanzeige. Der Albumtitel verrät: „Good thing“ präsentiert gute, alte Ware, in diesem Falle: Soulklassiker, zum Beispiel von den Bee Gees oder Sly Johnson. Also: ein nettes, gemütliches Coveralbum ohne Überraschungen, dem ich persönlich nicht viel abgewinnen kann.


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