Neu, aber nicht modern: Milow goes electro.

In seinem neuen Video reist er als Eisbär durch die Welt. Milow ist zurück. Der Belgier möchte damit seine Stellung als Außenseiter aufzeigen. „Modern Heart“ heißt sein neues Album, das Fans sehnsüchtig erwartet haben. Milow sieht sich als Außenseiter unter den Sängern. Recht hat er. Es gibt nicht viele Künstler, die ein Album mit 35 Minuten Spielzeit herausbringen.

Auf der teureren Deluxe-Version gibt es auf der zweiten CD nur 16 Minuten zum Zuhören, fünf Live-Aufnahmen der neuen Tracks. Wobei: Auch die Vorgänger waren nicht viel länger.
Dafür überrascht Milow auf „Modern heart“ ab und an mit einem etwas veränderten Musikstil. So nutzt Milow elektronische Beats, um sich vom alten Milow etwas zu unterschieden.

Kompromiss: Seine aktuelle Single „Howling at the moon.“ Eine typische Milow-Nummer mit Sommerfeeling und Ohrwurmcharakter. Die ersten Sekunden laufen und man erkennt ihn sofort wieder. Ein guter Schachzug ? Wie hätten seine Fans wohl eine elektronische Nummer als erste Auskopplung angenommen? Und so ist „Modern Heart“ eine gefährliche Gradwanderung. Man rechnet mit dem typischen Milow, hört „Howling at the moon“ und kauft das neue Album vom Fleck weg, weil man den lieb gewonnenen, typischen Milow erwartet, … um dann möglicherweise enttäuscht zu sein.

Wird sich der Künstler damit ein neues Publikum erspielen oder alte Fans verlieren? Seine elektronischen Versuche sind dabei nicht einmal wirklich „modern“, wie es der Albumtitel vielleicht vermuten lässt, sondern plätschern so dahin. „Modern heart“ ist seichte Kost, ganz und gar.

Ein neuer Milow, der mit seinem aktuellen Album nicht an seine alten heranreicht und nach zwei Jahren Wartezeit vermutlich keine große Euphorie auslösen wird.