Was ist passiert?

Im Sommer 2012 hatten die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Offenbachplatz begonnen. Im November 2015 sollte die Oper wiedereröffnet werden, im Juli 2015 musste die Stadt Köln bekanntgeben, dass der Zeitplan nicht zu halten ist. Seitdem verschob sich der Eröffnungstermin immer weiter nach hinten, immer neue Pannen auf der Baustelle wurden bekannt, gleichzeitig explodierten die Kosten. Ein Fall fürs Schwarzbuch.

War man zunächst von 253 Mio. Euro ausgegangen, wurde das Budget erst auf 347,8 Mio. Euro, dann auf 349 Mio. erhöht (März bzw. August 2016). Im Juli 2017 mussten die Sanierungskosten dann noch einmal nach oben korrigiert werden: Nun rechnete man schon mit bis zu 571 Mio. Euro, und als Fertigstellungstermin wurde Ende 2022 genannt. Damit sicherte sich die Kölner Sanierung wiederum einen Platz im Schwarzbuch.

Danach herrschte lange Schweigen. Im September 2019 veröffentlichte die Stadt die erste transparente Rechnung, die auch die Kreditzinsen aufführte. Insgesamt stehen mittlerweile stolze 841 Mio. Euro im Raum; allein die Zinsen für die Darlehen sind höher, als die ganze Sanierung laut erster Planung hätte kosten sollen. Über die nächsten 40 Jahre werden 244,9 Mio. Euro an Zinsen abgestottert. Durchschnittlich sind das 20,5 Mio. Euro pro Jahr.

Während dem Steuerzahler bei solchen Zahlen ganz schwindelig wird, klopft sich die Stadt selbst auf die Schulter: Die reinen Baukosten in Höhe von 571 Mio. Euro hätten sich nicht weiter erhöht, und man zeige sich nun besonders transparent, indem man auch die Zinsen nenne.

Doch schon im Oktober 2019 sieht das wieder anders aus: Die Kostenprognose wurde angepasst und „dem Vorsichtsprinzip entsprechend“ weitere 6,3 Millionen Euro hinzugefügt. Auch das voraussichtliche Sanierungsende wurde noch einmal um bis zu acht Wochen nach hinten verlegt.

Zum Hintergrund:
Ursprünglich sollte die Oper saniert und das angrenzende Schauspielhaus komplett neu gebaut werden. Damals wurde das Budget auf 230 Mio. begrenzt. Doch bei der Ausschreibung gewann ein Entwurf, bei dem schnell klar war, dass dessen Umsetzung die Kosten sprengen würde: 355 Mio. Euro, so hieß es damals. Die Bürger liefen Sturm, und der Rat forderte 2009 eine „abgespeckte“ Version, um unter der 300-Millionen-Marke zu bleiben. Schließlich wurde der Neubau sogar ganz gekippt und beide Spielstätten sollten „nur“ saniert werden.

Alternative Investition
Für die 588 Mio. Euro, die an Mehrkosten anfallen, könnte die Stadt Köln über drei Jahre lang allen Haushalten und Unternehmen die Grundsteuer B erlassen.

Milliarden Euro Steuergeld hat die Politik in sinnlose Projekte gesteckt. Das kostenfreie Heft könnt unter https://www.schwarzbuch.de/ bestellen.

Quelle:www.schwarzbuch.de