„Ich habe mir fest vorgenommen, mich nicht unter meinem Niveau zu ärgern. Das ist alles.“

(H. Karasek)

Guten Morgen, ihr Lieben!

Im Laufe der Jahrzehnte schafft es das Fernsehen immer wieder, besondere Persönlichkeiten in unseren Fokus zu rücken. Meist sind es Menschen, die „irgendwie schon immer da“ waren und die daher für uns, wenn auch nicht täglich, dafür umso kontinuierlicher, zum Alltag gehören.

Hellmuth Karasek war/ ist einer von ihnen. Egal, ob als Literaturkritiker oder als der wohl erfolgversprechendste Joker in Quizshows: er war unser Meister der Wissenschaft. Nun ist Hellmuth Karasek tot. Mit einem gesegneten Alter von 81 Jahren starb er in der Nacht zum Mittwoch in Hamburg. Grund genug auf das Leben eines Mannes zurück zu schauen, der mehr war, als ein Journalist. Auch wenn meine Oma immer gesagt hat, dass illustrerweise scheinbar nur gute Menschen sterben, da man über die schlechten Eigenschaften ja nicht sprechen solle, fällt auf, dass -auch nach längerem Nachdenken- nichts Negatives über Karasek einfallen mag. Vielmehr wie der nette Opi von nebenan nahm er auf den Showsesseln dieser Republik Platz und war dennoch mehr als nur der „allwissende Germanist“, den es scheinbar innerlich zerfraß, wenn er eine Frage zum Wohle „seines“ Kandidaten nicht korrekt beantworten konnte.

Karasek wurde 1934 geboren und bekam somit die Wirren und Katastrophen des 2. Weltkrieges in vollem Umfang mit. Er floh 1944 vor der Roten Armee nach Sachsen-Anhalt und verarbeitete einen großen Teil der Erlebnisse in einem Buch, das den Titel „Auf der Flucht“ trägt. Karasek, der Literaturpapst, der dennoch Mensch geblieben ist. Wahrscheinlich hat ihn gerade diese Tatsache so sympathisch gemacht. Ein „Papst“, der seine Schwächen kennt und einsieht, dass Bombenhagel, Flucht und Krieg nicht spurlos an ihm vorbeigehen und es wert sind, zum Wohle der Leserschaft, verarbeitet zu werden. Nett. Karasek eben.

Karasek wollte aber mehr. Er studierte in Tübingen Germanistik, Geschichte und Anglistik und promovierte, bevor er seine journalistische Laufbahn einschlug. Er beweist uns noch heute, dass es Geisteswissenschaftler zu etwas bringen können. Seine Laufbahn erstreckte sich in den letzten Jahrzehnten über Stationen wie die „Zeit“, den „Spiegel“ und seine zahlreichen Auftritte im TV.

Und jetzt? Als Außenstehende bin ich der Meinung, dass Karasek mit Sicherheit ein glücklicher Mensch war. 81 Jahre alt werden zu dürfen und gleichzeitig fit zu bleiben ist ein großer Segen. Wir sagen „Tschüss!“, „Danke!“ und sind uns sicher, dass auch der Himmel noch diesen ganz besonderen Joker gebrauchen konnte.

PS.: Unser Interview mit Herrn Karasek könnt ihr hier nochmal nachlesen!

Liebst, Conny