Am Abend des 8. März 2016 versammelten sich Autoren, Vorleser und Gäste, um gemeinsam zum 14. Mal den Deutschen Hörbuchpreis 2016 im Kölner WDR Funkhaus zu zelebrieren. Nicht nur aktuelle Werke wurden dabei geehrt, denn auch mehrere Blicke in die Vergangenheit wurden gewagt und von Götz Alsmann, den Moderator der Preis-Verleihung, immer wieder in das Gedächtnis jedes Zuschauers gerufen.
Schon vor der Preis-Verleihung herrschte eine fröhliche Stimmung, doch die meisten Besucher, Künstler und Autoren sehnten sich nach dem Beginn der Veranstaltung. Um 20:00 Uhr war es dann soweit und Götz Alsmann, besonders bekannt durch seine langjährige Moderationsarbeit bei „Zimmer frei“, betrat die Bühne. Jener führt die Gäste, Nominierten und Preisträger nicht das erste Mal durch diese Veranstaltung und wirkt gewohnt charmant.

Die Preisträger
Schnell geht es auch schon mit dem ersten Preis los. Doch vorher wurden im weiten Rund der Presse noch weitere Verleger geehrt, die im Vorfeld ihren Preis erhielten:
• Kristine Meierling, Geschäftsführerin von ROOF Music. Beim Hörbuch-Label „tacheles!“ des Verlags sind die beiden Hörbücher von „Baba Dunjas letzte Liebe“ und „David Foster Wallace“ der besten Interpreten erschienen.
• Amadeus Gerlach von „der Audio Verlag“ für das beste Hörspiel „Wir“.
• Dörte Brunotte von Hörbuch Hamburg Verlag für das beste Kinderhörbuch „Die unendliche Geschichte“.
• Robert Wildgrube von „der Hörverlag“ für das beste Sachhörbuch „Deutschland. Erinnerungen einer Nation“.
• Marc Sieper von Lübbe Audio für die beste Unterhaltung in „Tante Poldi und die sizilianischen Löwen“.
• Marc Sieper von Lübbe Audio und Torsten Surberg von Audible für den Publikumspreis HörKules in „Passagier 23“.
• Heikedine Körting als Produzentin von „Die drei ???“ in der Kategorie Sonderpreis.

Nachfolgend erhaltet ihr einen Überblick über alle Preisträger des Abends, die während der Veranstaltung mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2016 ausgezeichnet wurden:
• Beste Interpretin: Schauspielerin Sophie Rois als Vorleserin von „Baba Dunjas letzte Liebe“ von Alina Bronsky.
• Bester Interpret: Schauspieler Lars Eidinger als Vorleser von „David Foster Wallace: Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur Üblen Sache“, übersetzt von Ulrich Blumenbach.
• Bestes Hörspiel: Regisseur Christoph Kalkowski und Komponist Dr. Raphael D. Thöne für „Wir“ von Jewgenij Samjatin.
• Bestes Kinderhörbuch: Regisseurin Petra Feldhoff und Bearbeiterin Ulla Illerhaus für „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende.
• Bestes Sachhörbuch: Sprecher Burghart Klaußner und Regisseur Burkhard Schmid für „Deutschland. Erinnerungen einer Nation“ von Neil MacGregor.
• Beste Unterhaltung: Schauspieler und Sprecher Philipp Moog für „Tante Poldi und die sizilianischen Löwen“ von Mario Giordano.
• Beste verlegerische Leistung: „Der Hörverlag“ und der Bayerische Rundfunk für „Die Quellen sprechen – Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 – 1945“.
• Sonderpreis: Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andres Fröhlich für Ihre Sprecherrollen in „Die drei ???“ seit 1979.
• Hörbuch des Jahres 2015: „Thomas Kling: Die gebrannte Performance. Lesungen und Gespräche. Ein Hörbuch“ der Herausgeber Ulrike Janssen und Norbert Wehr.
• Publikumspreis HörKules: „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek.

hoerbuchpreis_2016_2Die Worte der Preisträger
Natürlich ist es immer schön zu sehen, wie sehr sich ein Gewinner über den Deutschen Hörbuchpreis freut. Doch gerade die Worte, die als Dank und während des kleinen Gesprächs mit Götz Alsmann über die Lippen der Preisträger kommen, zaubern dem Publikum noch einmal ein Lächeln ins Gesicht. So hat der Schauspieler Lars Eidinger beispielsweise zum ersten Mal ein Hörbuch interpretiert und dachte lange Zeit, dass er dies überhaupt nicht könne.
Schließlich würde er sich schon abends bei der „Gute Nacht“-Geschichte seines Sprösslings andauernd verhaspeln. Doch zum Glück bekäme man bei der Erstellung eines Hörbuchs viel Zeit und da sei es völlig in Ordnung, wenn hier und da ein Versprecher durchkäme. Die beste Interpretin Sophie Rois konnte hingegen leider nicht vor Ort sein, schickte aber trotzdem eine Video-Botschaft und bedankte sich ganz herzlich für den Deutschen Hörbuchpreis 2016.
Die langjährigen Sprecher von „Die drei ???“, Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andres Fröhlich, funktionieren zudem nach wie vor hervorragend zusammen. Schließlich sind sie mit Ihren Geschichten mittlerweile auch auf der Bühne unterwegs und präsentieren Ihrem Publikum ein Live-Hörbuch. Eine kleine Videobotschaft gibt es von der Band „Jupiter Jones“, die sich übrigens nach einer Figur aus „Die drei ???“ benannt haben.

Ein Gedenken und Live-Vorlesungen
Was den Deutschen Hörbuchpreis ebenfalls besonders macht, sind die kleinen Live-Vorlesungen der Preisträger. So setzen sich beispielsweise Lars Eidinger oder Philipp Moog ans Pult und lesen einige Zeilen aus den von Ihnen bereits eingelesen Büchern vor. Gerade bei solchen Momenten herrschte eine gebannte Stille im Saal.
Ein Lächeln war hingegen bei einer kleinen Kostprobe des Kinderhörbuchs „Die unendliche Geschichte“ auf fast allen Gesichtern zu finden. Neben dem Erzähler betrat die Sprecherin des Irrlichts Blubb die Bühne, sowie die Sprecher drei weiterer Figuren, die Blubb auf ihrer Reise trifft. Es ist besonders spannend zu sehen, wie die Sprecher agieren, während sie sich innerhalb ihrer Rolle befinden. Schließlich sieht der Hörer dies normalerweise nicht.
Zwischendurch wird mit einem Einspieler dem Deutschen Publizisten und Fernsehmoderator Roger Willemsen gedacht. Jener verstarb am 7. Februar 2016 und sprach während seiner beruflichen Laufbahn mehrere Hörbücher ein, wie beispielsweise „Momentum“, „Die Enden der Welt“ oder „Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament“.
Letztendlich lässt sich der Deutsche Hörbuchpreis 2016 als gelungene Abend-Veranstaltung betiteln. Viele Künstler, Schauspieler und Interpreten wurden geehrt, einige Live-Kostproben der Preisträger gab es ebenfalls zu „hören“, als auch zu sehen und Alsmann sorgt von Anfang an für eine schöne Stimmung – natürlich lässt er es sich am Ende nicht nehmen, selbst nach einem Instrument zu greifen und ein lockeres, verspieltes Liedchen zu trällern.

Auf einen gelungenen Abend und bis zum Deutschen Hörbuchpreis 2017,
Dennis