Auf zu neuen Horizonten – auch dieses Jahr war genau das das Motto mehrerer tausend Menschen am Nürburgring. Nachdem letztes Jahr das Festival mit 55.000 Fans Premiere feiern konnte, folgt dieses Jahr die Neuauflage – dieses Mal mit 68.000 EDM Liebhabern am gesamten Wochenende! Von Freitag bis Samstag wurde auf dem Gelände vor insgesamt sechs Bühnen gefeiert und getanzt.

Als eines der letzten Festivals diesen Sommers, kamen Fans der elektronischen Tanzmusik sowie House, aber auch Hardstyle sowie Trap- und Trance-Fans voll auf ihre Kosten, denn das bereits zuvor präsentierte Line-Up versprach ein Wochenende voller Highlights: Felix Jaehn, Alle Farben und vor allem Axwell/Ingrosso, … um nur die Spitze des Eisbergs von insgesamt 100 Acts zu nennen, traten auf.

Aber auch die Location ist beeindruckend: Auf dem Asphalt, auf dem normalerweise die schnellsten Autos unterwegs sind, wurde jetzt ein eigenes “Königreich” zum Leben erweckt, welches seine eigenen Regel setzt – eine unbeschreibbare Phantasiewelt, die sich über alle Bereiche hinwegzieht, eröffnete sich dem Besucher. Wobei „Besucher“ untertrieben wäre: Im Königreich „New Horizon“ werden die Besucher zu Travellern. Viele kleine Details auf dem gesamten Festivalgelände sorgten für eine ausgelassene Stimmung.

Und wir mittendrin.

Bereits die Anfahrt war ungewöhnlich: Kilometerweit mit dem Auto über Land- und Serpentinenstraßen. Für uns Großstadtkinder eine seltene Erfahrung. Kurz vor Öffnung der Tore trafen wir dann ein, sodass wir das Gelände im “unberührten” Zustand entdecken konnten. Bereits hier war uns klar, dass das alles andere als ein normales Festival wird.

Schon vom Parkplatz aus hörte man in der Ferne die tiefen Bässe der kleineren Bühnen brummen. Der Eingang diente als Schleuse in diese Welt und war besonders detailreich gestaltet. Auch das sich angrenzende Areal war mit vielen Details, die sich dem jeweiligen Themenbereich bzw. der Bühne/Musikrichtung anpassen, versehen.

Am imposantesten war aber mit Abstand die Hauptbühne, der sogenannte “Capital Park”: Eine riesige Bühnenlandschaft erstreckte sich über die Müllenbachschleife des Nürburgrings, bestehend aus einem überdimensionalen Halbkreis, bestickt mit verschnörkeltem Stuck, Scheinwerfern, Bildschirmen und ausgiebiger Pyrotechnik ragte die Bühne, in dessen Mittel sich die DJ-Kanzel hervorhob.

Nachdem wir einen ersten Eindruck vom Gelände bekommen hatten, ging es für uns auf den Campingplatz, um unser Nachtlager vorzubereiten. Den ersten Eindruck vom Campinggelände kann man gut mit “überwältigend” zusammenfassen. Da wir recht spät zum Campingplatz kamen (die Anreise für den Campingplatz war bereits seit dem Festivaldonnerstag möglich), waren sämtliche Zelte, Bier-Pong Tische, Pavillons bereits aufgebaut. Die Stimmung war feierlich und ausgelassen.

Nach Einbruch der Dunkelheit zog es uns dann zurück zum eigentlichen Festivalgelände.

Es schien, als hätte sich dieses in den wenigen Stunden zu einem komplett anderen Ort entwickelt. Nun drängten sich Menschenmassen vor den Bühnen, Getränkeständen und Toiletten. Die Lichtinszenierungen, auch zwischen den Stages, unterstrich die mystische verzauberte Stimmung.

Unser Ziel war die sogenannte “From Disk till Dawn Ceremony” – eine in etwa 15minütige Feuerwerksshow mit Lichteffekten, Feuerwerk, Feuer, Nebel, Laser und einem darauf abgestimmten Soundtrack. Eine Show, die uns wirklich den Atem verschlagen hat und so zu unserem ersten Highlight wurde!

Direkt im Anschluss daran stellte sich der deutsche Erfolgs-DJ Felix Jaehn auf die Hauptbühne und zog die Menschenmassen in seinen Bann! In seiner knapp einstündigen Show kam jeder, der auf EDM steht, auf seine Kosten! Mittlerweile brodelte das gesamte Festivalgelände – tanzende und feiernde Menschen überall.

Insgesamt stimmte hier einfach die Mischung: Die feiernden Menschen, die ausgewogene und friedliche Stimmung sowie das detailliert ausgestaltete Festivalgelände. Ein Grundkonzept, das bei Festivals dieses Genres ein Garant für Erfolg ist.

Snacks und Getränke – vornehmlich Bier – gab es auf dem gesamten Gelände. Als Währung des Kingdoms werden Credits auf das Festivalbändchen geladen. Ein Credit hat 2018 den Wert von circa 2,88 Euro. Non-alcoholics schlugen mit 2 Credits pro Flasche (0,33) zu Buche. Durch die eigene Währung verliert man schnell den Überblick über die Ausgaben – von daher:

Gut aufpassen!

Dennoch gilt: „Nach der Party ist vor der Party!“ – getreu diesem Motto war auch das Partyfolk auf dem Campingplatz nachts nicht zu bändigen. Im Rücken der Hauptbühne feierten unzählige Camper ihre eigene Party ausgelassen weiter. Bis tief in den Morgen. Wer hier schlafen wollte, brauchte eine ausgeprägte Fähigkeit dies auszublenden… oder einen Ohren- bzw. Gehörschutz.

Leider bleibt auch das New Horizons nicht vom Willen des Zeus verschont: Mit knapp 18 Grad am Festivalwochenende tagsüber und nächtlichen 10 Grad, war es für Ende August doch kühler, als wir erwartet haben. Gegen die Kälte half nur viel Bewegung – TANZEN!

Was sich bei den sechs Bühnen mit dem umfangreichen Programm durchaus anbot.

Auch nächstes Jahr wird das New Horizons Festival wieder auferstehen: dann mit einem Tag mehr und weiteren Themenwelten – also noch größer! So öffnet der Campingplatz nächstes Jahr bereits am Festivalmittwoch (21.08.2019), sodass am Festivaldonnerstag bereits das Programm startet! Tickets gibt es für alle ab dem 24. September.

Für “Loyals” haben die Veranstalter ein ganz besonderes Präsent: Diese bekommen komplette dreitägige Festival für nur 99 Euro (mit Camping 129 Euro)!

Zusammenfassend kann man feststellen: Das New Horizons Festival am Nürburgring ist ein Paradies für die Fans der Elektropopszene. Aber auch Menschen, die mit dieser Art von Musik weniger anfangen können, können hier auf den zahlreichen Plätzen -allein schon wegen des Flairs rund um das Festival feiern und das Leben genießen.

Murat und Jan