Heißer Scheiß aus Wien am 12. Juli im Weltkunstzimmer

Der Text steht im Mittelpunkt. Chanson, griechische Weise, Jazz, Musik a la Tom Waits. Mehrstimmiger Gesang. Aber nicht zu verstehen dieser Wiener Dialekt. Beim besten Willen nicht. Die Musiker sind versiert. Beim „Lied über Fische“ spielt der Schlagzeuger Gitarre und der Keyborder Geige.

Alles passt, aber wenn man den Text nicht versteht, ist es schwer. Das Konzentrieren auf den Text lenkt ab und die langsamen Weisen am Anfang erfordern Ausdauer beim Zuhören. Dann kommt die Band in Fahrt. Sie drehen auf. David Öllerer, wie der Sänger und Liedermacher bürgerlich heißt, legt los. Er quietscht, schreit und presst die schweren Texte hervor und das Publikum quittiert.

Beim Liebeslied stimmen die Ersten ein. Es gibt wohl doch einige Fans im Publikum, die textsicher sind, wird nun klar. Also nur eine Aufwärmphase, ein Herantasten an den richtigen Moment.

Es wird getanzt. Das Publikum strebt nach vorn. Plötzlich verstehe ich alles. „Die Kinder vom Hof“ singt der ehemalige Friedhofsgärtner und ich singe mit, bin mitgerissen vom Gefühl, dass dieses Lied in mir weckt.

Die Zuschauer jubeln und die Band macht weiter, immer weiter, spielen Lieder von Höhen und Tiefen, vom Vergessen und vom Streiten, bis kein Lied mehr kommt. Bis alle glücklich sind vom Liedermacher mit der Vokuhila und dem schwarzen Humor. Und nun Pfiati, Servas und Baba! Bis zum nächsten Mal