Leider konnten wir dieses Jahr aus terminlichen Gründen nur am Samstag für euch beim Summerjam vorbeischauen, aber auch das hat sich mehr als gelohnt. Bei entspannten 28 Grad kamen wir am späten Nachmittag vom Polizei-Parkplatz aus durch Vibez Village über die Brücke zur Festval-Insel. Vorher kurzer Taschen-Check in lockerer Atmosphäre und die Security wie auch die anwesende Polizei hatte genug Zeit, das Wetter und die Mucke zu genießen, denn eins suchte man von Anfang an auf diesem Festival vergeblich – Stress.

Vor der Green Stage laufen wir dann in den Gig der Berliner Rapperin Nura rein, die gerade eine Zuschauerin aus dem Publikum dazu aufforderte mit ihr einen Joint auf der Bühne zu rauchen. Hatten wir am Checkpoint eben eine Grenze passiert…? Egal. Das Publikum feierte den Moment und als dann der „Eismann“ Greeen die Bühne fast anderthalb Stunden übernahm, war nachher klar, was es mit der großen Waffel auf sich hat.

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Summerjam 2019/ Seifenblasen Copyright-niveau-klatsch

Auf der Hauptbühne lief sich dann Protoje warm und hier war ganz klar Roots-Reggae aus Jamaika angesagt. Mit der Band The Indiggnation verband er gekonnt Rub a Dub, Roots mit Rap-Styles und die Menge, die bereits vorher von Protoje’s Buddy Kabaka Pyramids und Dub Inc angeheizt war, tanzte ausgelassen, während die Sonne langsam in den dunklen Wolken im Westen verschwand.

Auf der Green Stage starteten nun Moop Mama aus Bayern. Die zehnköpfige Band aus München, die einer Brass Band aus New Orleans in nichts nachsteht, hatte sich in den vergangenen Jahren vor allem durch zahlreiche unangekündigte Guerilla-Konzerte einen Namen gemacht. 2015 begleiteten sie Jan Delay & Disko Nr. 1 auf der Deutschlandtournee und konnten sich seit 2016 auf einigen Festivals im Land etablieren. Ihre Show ist definitiv für die große Bühne gemacht und auch wenn sie schon im Fernsehen in einigen Sendungen vertreten waren, vergessen sie niemals sich mit einem Megaphon für die Zurückeroberung des öffentlichen Raumes einzusetzen. Im September 2018 trat die Band spontan im Hambi auf, um gegen die Abholzung des Forst durch die RWE zu meutern.

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Mit Wizkid kam dann ein nigerianischer Megastar auf die Bühne, der durch seine Kollabo mit Drake und Kyla in „One Dance“ weltweite Bekanntheit erlangte. Er eröffnete mit Sweet Love und das begeisterte Publikum ließ sich von da an von dem begnadeten Entertainer wie im Rausch durch 17 weitere Songs führen. Die Regenwolken aus dem Westen öffneten sich zwar, aber als wäre der Weg zum Boden einfach zu weit oder die Stimmung vor der Bühne zu heiß, verdunstete das meiste zu einem feinen Sprühnebel, der dann zwar den Boden erreichte und die tanzende Menge nur noch mehr anspornte.

Wir mussten nun leider die Insel verlassen, aber ein wohliges Gefühl blieb uns noch einige Stunden erhalten und mit einem Song im Ohr sowie einem Lächeln auf den Lippen traten wir die Heimreise an.

Peace!