Hallo, ihr Lieben!

Letzte Woche waren wir für euch beim Howard Carpendale-Konzert in der Lanxess-Arena zu Gast. „Das ist unsere Zeit“ heißt die Tour. „Das ist unsere Zeit“ hieß der Opener, der durch ein Techno-Intro gestartet wurde und viele Menschen schon von ihren Stühlen riss, noch bevor der Südafrikaner die Bühne betrat. Mit Standing-Ovations wurde der Mann empfangen, der mittlerweile auch auf seinen Konzerten seine 70 Jahre zum Thema macht („Jetzt ist es auch scheißegal!“ lacht er.).

Neben Liedern wie „Ti amo“, „Du bist mir nah am Herzen“ und „Samstag Nacht“ erklärt uns Howie die Welt. So berichtet er von seinem 12jährigen Nachbarn, der ihm an und an den PC erklären muss, Streitigkeiten mit seiner Frau („Als ich sagte: „Dann kauf‘ den Mist einfach!“ hatte ich wenigstens das letzte Wort!“) und seinen Anfängen. Und genau hier liegt wohl das Geheimnis: die neue Platte ist gut, verfügt über einen hohen Wiedererkennungswert. Dennoch sind es gerade die alten Lieder, die die Menschen ab der zweiten Programmhäfte nicht mehr auf den Sitzen halten und nach vorne stürmen lassen. Egal, ob „Deine Spuren im Sand“, „Tür an Tür mit Alice“ oder „Geh doch!“: „Das ist unsere Zeit“ ist eine „Best of“-Tour, die es schafft, die Zuschauer weit über zwei Stunden in ihren Bann zu ziehen.

Auch gesangstechnisch befindet sich Howie noch immer auf hohem Niveau. So singt er nicht nur live, sondern holt sich als Unterstützung zudem einen Gospel-Chor, der das „Ti Amo“ vor der Pause zwar weniger schnulzig, dafür umso ansprechender gestaltet.

Besonders rührend: Howie erinnert an Udo Jürgens… und zwar in einer sicherlich ganz besonderen Weise. Seien wir doch mal ehrlich: wir brauchen niemanden, der Vorstorbene nach ihrem Ableben nochmals in den Himmel hebt. Ich rede von diesen Lobhuldigungen, bei denen der Zuschauer nach circa einer Minute abschaltet, weil er weiß, dass eben nicht schlecht über Verstorbene geredet werden soll. Howie hingegen gibt offen zu, nicht immer „die besten Freunde“ gewesen zu sein. Dennoch textet er „Ich war noch niemals in New York“ in eine Udo-Hommage um, die vor allem eines ist: ehrlich. Udo hätte sich sicher gefreut.

So hatten auch wir Spaß an einem Abend, der mit dem Begriff „Schlager“ keineswegs gebührend zusammengefasst werden kann. Schlager ist „schalla-la-la-la“, sicherlich in der heutigen Zeit wichtig, um abzuschalten, zu vergessen, zu feiern. Schlager ist auch Ballermann. Schlager kann aber auch niveauvoll. Howie hat gezeigt, dass „in die Jahre gekommen“ nicht verbittert heißen muss. Danke für einen tollen Abend, eine heisere Stimme und die Erkenntnis, wie vielseitig Kunst sein kann.

„Geh doch!“… bitte noch nicht allzu bald von der Bühne! Ich glaube, für dich war es genauso schön wie für uns!

Liebst,

Conny


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