Live im Malkastenpark am 14. Juli 2019

Bei Erobique stillzustehen ist schwer. Am Anfang, wenn es beginnt, dann wippt man leicht. Der raffinierte Loop, der hinter jeder Komposition steckt, wird elegant umschmeichelt. Carsten ‚Erobique’ Meyer zieht genüsslich an seiner Zigarette und lächelt verschmitzt, während er kleine Textblüten über Düsseldorf aus dem Ärmel schüttelt.

Düsseldorf, da fahren die alle nur Mercedes, 600er…
Düsseldorf, Stadt der Schaufenster-Puppen…

Irgendwann setzt dann der Beat ein, spät, aber dann auch wieder genau richtig und man merkt, dass aus dem Wippen ein Schlenkern geworden ist, ein leichter Taumel, wie von zwei Gläsern Wein an einem Sommerabend im Park. Die Füße heben sich, die Hüfte kreist und irgendwann singt jemand „Urlaub,… Urlaub in Italien…“.
Kommt das von der Bühne oder ist das neben mir, frage ich mich. Aber dann ist es auch schon überall. Die Hände sind oben, aus dem letzten hartnäckigen Wipper ist nun ein Tänzer geworden und alle skandieren „Urlaub,… Urlaub in Italien,… mit den Eltern, 86…“

Als wenn das eine schöne Zeit gewesen wäre, zwölf oder 15 Stunden eingepfercht auf dem Rücksitz der Familienkutsche dem Sehnsuchtsort Italien entgegen zu fahren, um sich dann mit LSF 4 am Teutonengrill den ersten richtig schmerzhaften Sonnenbrand seines Lebens einzufangen. Aber bei Erobique klingt das so. Alles ist leicht. Alles ist easymobeasy.

Die Weingläser klirren. Ein leichter Wind, der nach frischem Gras riecht. Es wird sowieso unglaublich viel Wein getrunken. Die Flaschen ragen aus den Handtaschen der Damen und die leichte Röte ihrer Wangen verrät, dass sie heute gerne trinken, gerne ausgelassen sind, wie im Urlaub, im Urlaub in Italien mit Erobique, dem Malkastenpark, der Wiese, dem Gras und den Bäumen.

Was für ein perfekter Sonntagabend!