Einmal im Jahr steht Köln fünf Tage lang für Innovationen, Begeisterung und Spaß am Spiel. Denn seit 2008 findet hier regelmäßig die Gamescom, die europäische Leitmesse für digitale Spielkultur, statt. Vom 22. August bis 26. August 2017 können Besucher dann selbst den Controller oder die Maus und Tastatur in die Hand nehmen und eigenständig die Spiele-Neuheiten ausprobieren/antesten. Allerdings müssen sich Messebesucher in diesem Jahr auf eine kleine Veränderung einstellen: der Messesonntag entfällt und stattdessen wird die Gamescom ab 2017 von Dienstag bis Samstag geöffnet sein.

Gestern war es dann wieder soweit, um 9 Uhr öffnete die Gamescom die Türen für Fachbesucher aus aller Welt. Privatbesucher hingegen mussten sich noch gedulden. Doch wer selbst einmal die neusten Spiele ausprobieren möchte, muss zeitig vor Ort sein, denn schnell bilden sich Schlangen vor den Ständen begehrter Spiele. Jeder möchte selbstverständlich einen Blick auf seinen Lieblingstitel erhaschen. So kann es durchaus passieren, dass ihr 60 Minuten und länger ansteht, um ein Video des neusten Titels von beispielsweise Call of Duty zu sehen; um wenige Minuten einmal selbst die Kontrolle über die Charaktere im Science-Fiction-Rollenspiel „Destiny2“ zu übernehmen; oder um einfach mal die neue Xbox One X auszutesten.

Gamescom und Merkel…?
…wie passt das zusammen? Die Bundeskanzlerin hat dieses Jahr, zum ersten Mal seit Bestehen der Messe, die Gamescom in Köln eröffnet. Auch wenn sie keine Gamerin ist, setzt sie ein klares Zeichen! Die Gaming-Branche ist wichtig. Wie wichtig, dass unterstreicht die Bundeskanzlerin auch sogleich in ihrer Eröffnungsrede. So bezeichnet sie Computerspiele als „Wirtschaftsmotor von allergrößter Bedeutung“ und „Innovationstreiber“. Dies zeigt auch der Umsatz der Gaming-Industrie, der alleine in Deutschland knapp eine Milliarde Euro beträgt und bis Ende des Jahres auf schätzungsweise drei Milliarden anwachsen soll. Dass Computerspiele nicht nur zum reinen Zeitvertreib beitragen können, sondern auch interessante und vor allem auch wichtige Lehrinhalte vermitteln, zeigt sich am Stand von Microsoft. Mit Hilfe des Spiels „Minecraft“ und einer speziellen Education-Version werden hier Inhalte vermittelt, die Lehrer für Unterrichtsprogramme adaptieren können. Diese Elemente müsse man „versuchen systematisch in die Schulen zu bringen“, so die Bundeskanzlerin. Am Ende nimmt sie sogar selbst den Controller in die Hand und fährt im Landwirtschaftssimulator Traktor und lässt sich bei Spielen wie „Minecraft“ den Bau eines Atoms zeigen. Ihre Karriere als Gamerin ist dann leider auch genauso schnell vorbei, wie sie begonnen hat, dafür schaut sie aber noch zu und stellt weiter fleißig Fragen. Ob der Besuch der Bundeskanzlerin Wirkung zeigt und die Branche am Ende Staatsgeld bekommt, muss sich erst wohl noch herausstellen.

Es wird voll auf der größten Spielemesse der Welt
Wie es sich anfühlt, zwei, drei Stunden für wenige Minuten Spielzeit mit seinem Lieblingstitel anzustehen, erfahren die Besucher der Gamescom seit heute am eigenen Leib, denn die Gamescom ist ausverkauft. Bei einigen Händlern sind noch wenige Codes online erhältlich, aber voll wird es auch so schon. Bis Samstag werden rund 350.000 Fach- und Privatbesucher erwartet. Wenn ihr also dennoch Eure Lieblingstitel anschauen oder ausprobieren wollt, solltet ihr lange Wartezeiten einplanen. Doch die meisten Besucher lassen sich selbst davon nicht abschrecken, denn zu groß ist die Spannung und Vorfreude, endlich ein paar kostbare Spielminuten zu bekommen. So ist es auch kaum verwunderlich, dass einige Gamer gleich mit Campingausrüstung/-stühlen ankommen und es sich in den Warteschlangen bequem machen. Warten lässt es sich so definitiv wesentlich leichter und am Ende wird man dafür ja auch belohnt.

Gamescom 2017 was steckt drin?
Die diesjährige Gamescom 2017 steht ganz unter dem Motto „Einfach zusammen spielen“. Und welche Trends der Branche könnten da besser passen als Virtual Reality (VR) und E-Sport? Seit Jahren versucht sich Virtual Reality am Markt durchzusetzen, doch so richtig ankommen will sie bislang nicht. Der Hype ist zwar etwas abgeflacht, aber die Technologie wird das Videospielerlebnis in den kommenden Jahren maßgeblich mitgestalten und auch verändern. Überall begegnet man Ständen, die den Kunden diese „neue“ Technologie näherbringen wollen und es scheint zu funktionieren. Man setzt die Brille auf und taucht ein die die virtuelle Welt. Was für Außenstehende verstörend rüberkommen mag ergibt beim Blick auf den Bildschirm durchaus Sinn. Begeisterte Besucher üben sich im virtuellen Fallschirmspringen, Bogenschießen und vielem mehr. Und eins darf nicht fehlen: die VR-Brille samt passender Controller. Ihr habt hier die Wahl zwischen speziellen VR-Titeln oder einfach nur bekannten Spielen (Skyrim VR), die speziell für VR abgeändert wurden.

Der andere große Trend, der immer mehr an Bedeutung gewinnt und sich zu einem regelrechten Massenphänomen entwickelt, ist der E-Sport. Schon längst ist der elektronische Sport keine Randerscheinung mehr. Knapp 700 Millionen US-Dollar sollen alleine dieses Jahr in Wettkämpfen zwischen Computerspielern, so genannte Pro-Gamer, umgesetzt werden. So gewann beispielsweise das letzte Siegerteam der Dota2-WM 10,8 Millionen Dollar.
Aber auch die Cosplayer, die sich als ihre Lieblingsspielhelden verkleiden, dürfen nicht fehlen.

Inhaltlich bietet die Gamescom dennoch einiges, auch wenn die meisten Titel schon auf der E3 angekündigt wurden. Vor allem Fans der Aufbausimulation Anno kommen hier mit dem neusten Titel Anno 1800 auf ihre Kosten. Aber auch zahlreiche andere Game-Neuheiten sorgen bei Fans für strahlende Augen…:
• FIFA 18
• Battlefront2
• Destiny2
• Assassin‘s Creed:Origins
• FarCry 5
• NfS Payback
• Call of Duty – WW2
• und noch viele mehr

Bildimpressionen von der Gamescom 2017

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