„Last Christmas, I gave you my heart…“ so spontan ist genau das wohl das Erste, was zu George Michael und Wham! einfällt. Doch der Musiker hatte so viel mehr auf Lager: eine 35 Jahre lange Erfolgsgeschichte mit unendlich vielen grandiosen Liedern.

„FAST LOVE – A Tribute to George Michael“ würdigt Michaels Lebenswerk von den Anfängen beim Duo Wham! bis hin zu den erfolgreichsten Songs aus seiner Solo-Karriere, die mich offensichtlich unterschwellig immer begleitet haben. So ist mir der Satz „Ach, das war auch von ihm?“ während der Show nicht nur einmal herausgerutscht.

Das Capitol Theater in Düsseldorf war an diesem Abend bis auf den letzten Sitzplatz mit eingefleischten George Michael Fans gefüllt. Als die Band die ersten Takte des Konzerts spielte, wussten sie natürlich schon, dass „Fast Love“ der Opener war. Sie sprangen auf, um zu tanzen.

Umso krasser empfand ich den Moment, als dann Sänger Andrew Browning im schwarzen Anzug die Bühne betrat. Plötzlich ein kurzer Moment der Stille. Denn Browning sieht George Michael nicht nur unheimlich ähnlich, sondern singt und bewegt sich auch wie er. Vom Hochstupsen der getönten Brille bis hin zu den Tanz-Moves. Unglaublich!

Executive Producer James Taylor ist es gelungen, mit Andrew Browning eine wirklich authentische Hommage an die 2016 verstorbene Musiklegende auf die Beine zu stellen. Kein Wunder, wird Browning in der Show-Industrie längst als einer der besten europäischen Lookalikes zur Ikone gehandelt. Browning spielte sogar als Double neben Michael George himself in dessen letztem Video-Clip „As“ mit.

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Andrew Browning mit FAST LOVE – A Tribute to George Michael im Capitol Theater Düsseldorf

„Lasst uns sein Leben feiern!“, sagte Browing und schmetterte zwei Stunden unermüdlich einen George Michael Mega-Hit nach dem anderen.

Von den legendären Wham-Klassikern über die beliebtesten Songs aus dem 80er Album „Faith“ bis zu den 90ern und 2000ern war alles dabei.

Immer begleitet von einer fantastischen Live-Band, bestehend aus Klavier, Gitarre, Schlagzeug, Saxophone und Klarinette. Dazu noch zwei tolle Background-Sänger und vier Tänzerinnen, die mit immer neuen Bühnenoutfits und Tänzen überraschten. Und auch Browning schmiss sich für „Faith“ in eine lässige Lederjacke… oder für den Song „Outside“ in die legendäre Polizeiuniform.

Im Publikum war kein Halten mehr. Kaum einer saß noch auf dem Platz. Und so sangen sie tanzend alle Zeilen zu „Father Figure“, „One More try“, „Jesus to a Child“ und „Kissing a Fool“ mit. Und natürlich durfte auch „Last Christmas“ nicht fehlen. Schließlich könne er ja jetzt nicht bis Dezember warten, scherzte Browing und machte daraus eine ganz eigene Version mit Gitarrenbegleitung und Wechselgesang mit dem Publikum. Ganz besonders emotional wurde es dann nochmal zu „Careless Whisper“, inziniert mit viel Nebel, einem Saxophinisten und Browning, der in einem Lichtkegel stand. Ein Gänsehautmoment!

Den Abschluss machte unter anderem „Freedom“, ein Song, der nun auch den Allerletzten vom seinem Sitz holte und die Hände in die Luft heben ließ.

Eine Klasse-Show, die erst im vergangenen Jahr ihr Debüt in London feierte und seitdem durch die Decke geht. Dezeit führt die World-Tour durch Europa. 2019 sollte dann eigentlich „nur“ Australien, die USA und Kanada auf dem Fahrplan stehen. Weil die Show aber in Europa so schnell ausverkauft war, wird sie auch im kommenden Jahr noch einmal einen Abstecher nach Deutschland machen.

Wegen stetig weiterer Nachgfragen, ist ein Ende des Erfolgs also noch lange nicht in Sicht. Und wer so viel unterwegs ist und jeden Abend in einer anderen Stadt auf der Bühne steht, dem ist auch so ein kleiner „Good evening, Dresden, ups Düsseldorf“-Fauxpax zu verzeihen.