Hallo, ihr Lieben!

Vor ein paar Tagen haben wir es hier in der Redaktion schon ein wenig (vor)krachen lassen. Wir haben uns mit Tischfeuerwerk eingedeckt und haben es uns zur Aufgabe gemacht, dieses für euch unter die Lupe zu nehmen. Fazit: Es hat Peng! gemacht, in der Regel 3 bis 4 Euro gekostet und eben nach Silvester gerochen.

Viel wichtiger als „Dinner for one“ und Raclette erscheint mir jedoch gerade etwas anderes. Ich möchte in 2017 keine Schlagzeilen von:

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  • in Brand gesteckten Obdachlosen
  • brennenden Flüchtlingsheimen
  • an 1933-erinnernde Demonstrationen
  • Krieg und Anschlägen
  • Waffenlieferungen

lesen. Dass die Meldungen entsprechend aufhören, ist aber so unrealistisch wie die Erwartung, ich würde zum 1.1. meine (Wunsch-) 5 Kilo verloren haben. Egal. Ich habe keine Lust mehr darauf.

Mit am meisten nervt es mich auch, dass ich keine feste Meinung in der Flüchtlingspolitik fahren kann. Genaugenommen habe ich hier schon eine Meinung. Einen Masterplan, dessen Umsetzung so realistisch ist wie ein Revival von Sarah und Pietro. Jeder, der Schutz braucht, soll hier bleiben und sich eine Existenz aufbauen dürfen. Ob er Kopftuch trägt oder nicht? Mir doch wumpe! Hauptsache friedlich, bunt und frei. Schön? Ja! Realistisch? Nö. Die Flüchtlingskrise hat einmal mehr bewiesen, dass das klassische Schwarz-Weiß-Denken nicht immer angewendet werden kann.

War früher alles besser?

Ich frage mich öfter, ob die Welt auch früher schon so verkorkst war? Ich glaube nicht. Vielleicht hat es mich als Kind auch einfach nicht gekümmert. Heute durchstöbere ich die Timeline auf facebook und frage mich zwischen vergewaltigten Pferden, mit Säure übergossenen Frauen und „Horrorhäusern“ wie ekelhaft die Welt denn noch sein kann. So ekelhaft, dass „Der Exorzist“, der übrigens vor 42 Jahren Premiere feierte, wie ein Familienidyll wirkt.

Zu guter Letzt wird Amerika nun auch noch von einem Menschen regiert werden, der sich -wie Hillary so treffend sagte- von einem Tweet reizen lässt. Parallel dazu ein Rechtsruck in Europa. „Wunderbare“ Aussichten.

Früher gab es auch den Golfkrieg, Flugzeugentführungen und Anschläge. Nur irgendwie war alles so weit weg. War es deshalb besser? Sicherlich nicht… . Aufeinmal fühle ich mich aber angreifbarer. Zumindest angreifbarer als früher. Ob ich mich auf 2017 freue? Bedingt. Schlimmer kann es -politisch und gesellschaftlich gesehen- nicht werden. (Und alle so: „Yay!“)

Daher -und um mit den Worten von Tommy Krappweis zu sprechen- „Lasst uns einfach weniger scheiße zueinander sein!“.

PS.: Wer übrigens nicht knallen möchte, kann mal bei „Brot statt Böller“ vorbeischauen.

Liebst,

Conny