Hallo, ihr Lieben!

Gestern, am Karfreitag, habe ich mir mal wieder ein paar Gedanken zu einer Religion gemacht, der ich zwar auf dem Papier noch angehöre, mit der sich jeder unabhängig von der eigenen Konfession, unter Umständen einmal ein wenig kritisch auseinander setzen sollte.

Die katholische Kirche lebt offensichtlich mit ihrem mehr oder weniger bunten Mix aus Tradition und Moderne ziemlich gut. Wobei wir fairerweise anmerken müssen, dass der moderne Anteil ungefähr dieselbe Rolle spielt, wie die bildungstechnisch relevanten Kommentare einer 9Live Moderatorin. Wie auch immer. Im Arbeitszeugnis würde unter Umständen und mit viel Wohlwollen stehen: „Sie hat sich bemüht. Irgendwie.“Gerade zu Ostern sollten wir daher nicht nur Eier färben und verstecken, sondern uns fragen, wie sinnig es ist, am Karfreitag ein „Feierverbot“ auszusprechen. Ok, der Bibel nach wurde Jesus gegen 15 Uhr gekreuzigt. Vermutlich kein Tag, um als Katholik durch die Düsseldorfer Altstadt zu tanzen und zu feiern, aber… warum eigentlich nicht? Was ist falsch daran, sein eigenes Leben nach zwei Jahrtausenden weiter zu genießen, auch wenn andere dieses verlassen mussten? Nach circa 2000 Jahren sollte doch die erste Trauerphase überwunden sein und die Erinnerung an positive Ereignisse überwiegen, oder nicht?

Und was, wenn alles ganz anders war? Vielleicht liegt die „Schuld“ an diesem „wir-müssen-alle-traurig-sein“ nicht an der Kirche selbst, sondern an den Beststeller-Autoren Markus, Matthäus, Lukas und Apokalypsen-Experte Johannes? Ich habe Jesus im Ablauf der gesamten Bibel kein einziges Mal lachen „gesehen“. War er wirklich so ernst? Hätte er es nicht vielleicht gerade mehr als fetzig gefunden, wenn seine Anhänger im 21. Jahrhundert ihr Leben genießen, anstatt psyeudo-betroffen am Karfreitag zuhause zu sitzen und sich zum 30. Mal „Ben Hur“ (extended Edition plus Bonusmaterial) anzusehen?

Wie auch immer. Ich möchte mich mit diesem Post keinesfalls über eine Religion lustig machen. Ich möchte nur in den Raum stellen, dass Jesus vielleicht wirklich, weil er ja Mensch wurde, einige Eigenschaften hatte, die unseren sehr ähnlich sind. Und ich gehe sehr gerne feiern. Tagesunanhängig.

Liebst,

Conny