Himmelslaternen – oder: „Wenn der nächste Gegner gesucht wird…“

Hallo, ihr Lieben!

Eigentlich hatte ich gehofft, das Jahr mit schöneren Nachrichten beginnen zu dürfen. Aber: auch heute müssen wir noch einmal auf die Himmelslaternen zu sprechen kommen. Denn: das Unternehmen Night Sky Laterns nutzt aktuell die Katastrophe im Krefelder Zoo, um für sich bzw. ihre Produkte zu werben. Es lässt in einem Tweet vom 02.01.2020 folgende Aufforderung verlauten: „Lets lit 30 sky lanterns to remember this tragedy. Hopefully this will help reminding everyone the importance of choosing only sky lanterns made with high quality materials.“

Frei nach dem Motto: wären unsere Himmelslaternen verwendet worden, wäre das alles nicht passiert. Die Reaktion in den sozialen Netzwerken ließ nicht lange auf sich warten. Vor allem in Deutschland stieß der fragwürdige Tweet auf Unverständnis.

Die Frage nach der menschlichen Emotion…

Keine Frage: der Tweet ist geschmacklos… und dennoch (oder vielleicht gerade deswegen?) ein gefundenes Fressen für alle, die sich nicht mehr allzu sehr über die eigentlichen Verursacherinnen des Brandes ärgern können. Denn: diese haben sich immerhin gestellt und entschuldigt. Umso „besser“, dass nun das nächste Opfer gefunden zu sein scheint. Ein Unternehmen, dessen Marketingchef vielleicht einen Workshop in Empathie belegen sollte.

Katastrophen wie diese zeigen immer wieder, dass es den Menschen besonders leicht fällt, in klaren Mustern zu denken. Oder anders: ist der Schuldige gefunden, ist es einfach, seine Meinung via facebook und Co. kundzutun, ohne sich selbst zu fragen, ob das eigene Handytelefonieren am Steuer vielleicht ebenfalls Leben kosten könnte. Eines ist sicher: bestimmt würden sich auch die Brandverursacherinnen wünschen, den Satz „Ist ja nichts passiert!“ sagen zu können.

Liebst,

Conny

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