Ende Juli fand an der Lanxess Arena in Köln das Amphi Festival statt. Dort traten viele Electro-, Gothic und auch EBM-Bands auf, die für ordentlich Stimmung sorgten und die Herzen der Zuschauer in Wallung brachten. Auch die deutsche Band Oomph! gab sich die Ehre und gehörte mit zu den Highlights des Festivals. Wir hatten die Möglichkeit,nach dem Amphi-Konzert mit Dero zu sprechen, dem Sänger der Band. Dabei ging es um das Konzert an sich, Festivals, Musik und auch das neue Album XXV, welches mittlerweile frisch auf den Markt gekommen ist und das 25-jährige Band-Jubiläum feiert. Im Oktober geht Oomph! übrigens auf Geburtstagskonzertreise. Tickets könnt ihr natürlich nach wie vor noch erwerben.
Viel Spaß mit dem Interview!

Dennis: „Erst einmal vielen Dank für das Interview! Wie war das Konzert auf dem Amphi Festival für euch?“
Dero: „Großartig. Ich glaube, das war das dritte Mal, dass wir auf dem Amphi gespielt haben. Ist ja jetzt in der neuen Location, in der Lanxess Arena. Das war toll. Es war rappelvoll und eine sehr euphorische Stimmung. Wir sind ganz happy mit dem Ergebnis und haben unser Bestes auf der Bühne gegeben. Wenn alles gut läuft, dann kommt die Energie, die man von der Bühne vermittelt unmittelbar von dem Publikum zurück, das schaukelt sich dann gegenseitig hoch und so soll es dann auch sein.“

Dennis: „Man hat es euch auch angemerkt, dass es euch sehr viel Spaß gemacht hat…“
Dero: „Wenn die Reaktion vom Publikum so toll ist wie beim Amphi, dann hat man auch selbst kein Problem damit sich aufzupushen, das passiert dann ganz automatisch. Aber das haben wir oft, nicht immer, aber oft ist es schon so. Und in Deutschland muss man ja sagen ist das Publikum verwöhnt. Wir spielen auch oft im Ausland und da gehen die Leute ab, als wäre es das allererste Konzert, was sie in ihrem Leben sehen. Dadurch, dass in Deutschland oft, fast täglich, namhafte Bands aus der ganzen Welt in den Großstädten spielen, sind die Leute schon ein bisschen abgehärtet. Deswegen brauchst du in Deutschland schon wesentlich mehr Energie auf der Bühne, um ein Resultat beim Publikum zu erzielen. Umso schöner ist es dann, wenn ein Publikum so abgeht wie gestern in der Lanxess Arena. Dann weißt du genau, du hast alles richtig gemacht. In Deutschland ist es nicht so einfach, das Publikum so zu euphorisieren und von daher ist das eine tolle Auszeichnung für eine Band.“

Dennis: „Das Konzert habt ihr ja mit einem neuen Song begonnen. Wie war das für euch, das neue Lied zu spielen? War es eines der ersten Male, dass ihr den Song performt habt?“
Dero: „Das war das allererste Mal, sozusagen die Live-Entjungferung dieses Songs. Deswegen sind wir zufrieden, dass es ganz gut geklappt hat. Klar, mit der Menge der Konzerte, die man dann gibt, wird das Ganze dann noch ein bisschen schöner und runder, aber wir sind sehr zufrieden. Wir haben oft vorher geübt, aber trotzdem ist die Bühnen-Situation noch einmal eine ganz andere – vor allem auch, weil bei uns ja komplett alles live ist. Es gibt viele Bands, die mit Tonband-Unterstützung, Sequenzern, Loops, naja mit doppelten Boden arbeiten und bei uns ist das nicht so. Wir haben sieben Leute auf der Bühne und alles, was du hörst, ist handgemacht und jeder spielt jede Note mit seinen Fingern selbst und da läuft Nichts im Hintergrund mit. Von daher ist es natürlich weitaus schwieriger, ein gutes Ergebnis zu erzielen.“

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Dero – Oomph!

Dennis: „Es war aber auch schön an dem Tag zu sehen, dass so viele Leute auf der Bühne stehen, die alle etwas anderes zum Konzert beitragen.“
Dero: „Ich denke, wenn du wirklich alles live spielst, dann ist so ein Konzert wie ein einmaliger Fingerabdruck. So, wie das Konzert gestern war, so werden wir es nie wieder machen, weil wir immer wieder ein Stück anders spielen. Weil jeder, von der Tagesform abhängig, mal so spielt und mal so. Deswegen ist jedes Konzert individuell, wenn du wie wir, alles komplett live spielst. Das finde ich aber auch schön. Dann kann jemand sagen, ich war genau bei diesem Konzert und genau dieses Konzert ist nicht wiederholbar. Bei anderen Bands, die zum Beispiel fast nur Playback spielen und dann nur noch den Gesang live machen, das ist ja eigentlich ein Karaoke-Konzert und kein richtiges Konzert mehr. Da ist dann fast jedes Konzert gleich. Gut, wenn der Sänger mal besser oder schlechter drauf ist, dann hängt es nur noch von dem ab, aber ich finde, das ist eigentlich kein Live-Event mehr. Deswegen bin ich schon sehr stolz, dass wir das wirklich komplett live runterspielen.“

Dennis: „Jetzt wart ihr ja schon mehrmals auf dem Amphi. War das jetzt für dich einer der besseren Auftritte?“
Dero: „Ich will das gar nicht werten. Beim Tanzbrunnen die Auftritte waren auch immer sehr schön und sehr euphorisch. Dadurch, dass das komplett Open Air war ist das noch einmal eine ganz andere Stimmung. Ich will das gar nicht vergleichen oder in Konkurrenz setzen. Gestern, das war richtig toll und beim Tanzbrunnen war es auch super. Aber dadurch, dass es, so wie es aussieht, nie wieder am Tanzbrunnen stattfinden wird, müssen wir uns jetzt alle auf die neue Location einstellen. Und man hat ja dann auch gesehen, dass es durchaus seine Vorteile haben kann, so eine Arena mit dabei zu haben. Wenn es dann Unwetter gibt wie am Samstag, dann geht man halt in die Halle. Beim Tanzbrunnen hätte man das nicht gehabt, da wäre dann wahrscheinlich das Konzert oder das komplette Festival abgebrochen worden, wie ja viele Konzerte und Festivals am Wochenende abgebrochen wurden. Von daher kann man sagen, das ist noch Glück im Unglück und der Veranstalter tut mit Sicherheit gut daran, sich so eine Option bei einem Festival offen zu halten. Wenn man noch eine feste Halle halt hat, wo man bei Unwetter oder Starkregen reingehen kann, ist das optimal.“

Dennis: „Das Amphi ist ja von der Szene her etwas Besonderes. Wie war es für euch das Set für das Festival zu planen?“
Dero: „Dadurch, dass wir schon eine Weile dabei sind, 25 Jahre, und eine Menge CDs am Start haben, ist es immer schwierig auszuwählen, unter so vielen Songs und Kandidaten. Letztlich, denke ich, haben wir aber eine ganz gute Mischung gefunden, quer durch unsere Alben. Fast von jedem Album haben wir mindestens einen Song gespielt, auch ganze alte Electro-Songs, die auch sehr gut ankamen. Also ich denke, das war ein gesunder Querschnitt. Wir hätten sicherlich gerne noch länger gespielt, wir haben jetzt eine Stunde gespielt, aber bei einem Festival ist das nun einmal so, dass noch andere Bands folgen. Vielleicht spielen wir nächstes Mal dann ein bisschen länger, mal gucken.“

Dennis: „Kommt denn auf der Festival-Bühne dann manchmal auch der Wunsch auf, noch eine Stunde dranhängen zu wollen, weil es eben schon vorbei ist?“
Dero: „Eine Stunde wäre jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber ich denke ein gutes Konzert hat mindestens 90 Minuten. Also, das wäre dann schon okay. Da hat man dann auch Spaß, wenn es so schön ist, wie gestern, aber man kann auch nichts erzwingen. Letztlich ist es ja auch so, wenn es am schönsten ist, dann sollte man gehen (lacht). Wir haben einen ganz guten Zeitpunkt erwischt und die Leute waren super drauf und waren total laut. Ich bin zufrieden damit, wie es gelaufen ist, aber ich denke mal, dass wir nächstes Mal ein bisschen länger spielen werden.“

Dennis: „Abseits vom Amphi – gab es für dich schon sehr einprägsame Festival-Momente oder Erlebnisse?“
Dero: „Och, da gab es schon Einiges, da wüsste ich gar nicht, wo ich anfangen sollte. Natürlich hat man auch schon den einen oder anderen Mega-Wolkenbruch auf der Bühne erlebt. Zum Glück wurden die Konzerte bei uns dann nie abgebrochen oder abgesagt, sondern sie wurden dann einfach durchgezogen, was möglicherweise gefährlich war und man das heute wahrscheinlich gar nicht mehr so machen würde. Wir hatten aber schon das Glück, ein paar Festivals mit Extremregen einfach durchzuspielen im Sommer. Es war Gott sei Dank nicht wirklich kalt, sodass alle irgendwie froh waren, eine Dusche von oben zu kriegen, weil sich dieses aufgeladene Klima im Sommer dann entlud in diesem Regen. Das war irgendwie schön. Ich kann mich noch erinnern, das war glaube ich beim Wave-Gotik-Treffen in Leipzig 2001, da hatten wir schon einmal so ein Gewitter-Konzert, das war toll. Ansonsten natürlich die ersten riesengroßen Konzerte, die man gespielt hat auf Festivalebene wie Wacken 1996, das sind tolle Erlebnisse. Wir haben auch mal auf einem „Hells Angels“-Festival in Frankreich gespielt mit 50.000 Bikern. Das war doch ein Erlebnis der besonderen Art.“

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Oomph! Live beim Amphi Festival 2015

Dennis: „Was ist denn abseits von Festivals das Besondere an Musik für dich?“
Dero: „Wenn Musik authentisch und glaubwürdig rüberkommt, unverwechselbar ist, dann ist das ein tolles Erlebnis, das man sich nicht brennen, rippen oder klauen kann, so wie man sich beispielsweise Musik aus dem Internet brennen und rippen kann. Aber so ein Konzert ist etwas ganz Eigenes, das kannst du nur in deinem Herzen bewahren. Selbst, wenn du das ganze Konzert mit deinem Handy aufnehmen würdest, wäre es nicht dasselbe Erlebnis, als wenn du unmittelbar dabei bist. Von daher denke ich, dass Musik eine unglaubliche Kraft hat, Menschen zu bewegen. Das hat man in der 68er Generation, der Hippie- und Flowerpower-Bewegung gesehen. Ohne die Musik, die damals stattgefunden hat, Woodstock und die ganzen progressiven Bands, die sozusagen den Soundtrack zur sexuellen Revolution damals geliefert haben, wäre solch ein gesellschaftlicher Umschwung gar nicht möglich gewesen. Deswegen glaube ich immer noch an die Macht der Musik. Evolutionsbiologisch ist Musik ja auch älter als Sprache, von daher glaube ich, dass alle Menschen eine tiefe Verbindung zur Musik spüren – auch, wenn nicht alle Menschen gleich musikalisch sind. Obwohl nicht jeder Mensch selbst musizieren kann, spürt doch fast jeder, dass Musik mehr aussagen kann als Worte allein. Von daher glaube ich, dass Musik immer überleben wird. Wie viel ein jeder bereit ist, in Musik zu investieren als Musikkonsument, das wird sich erst noch herausstellen. Im Moment hat es den Anschein, als ob viele Menschen lieber Geld für Spiele, Handys, Game-Konsolen, Computersoftware und sowas ausgeben. Ich glaube aber, irgendwann werden die Menschen auch merken, dass dich dergleichen nicht wirklich berührt. Kein Computerspiel der Welt kann dich so berühren, wie Musik. Nicht umsonst gibt es bei jedem Computerspiel mitreißende Musik, weil dich das Spiel sonst gar nicht wirklich berühren würde. Auch, wenn du einen Film guckst – lass die Musik weg und der Film wirkt nur noch halb so gut, wenn überhaupt. Musik wirkt abasolut unterstützend für Gefühle. Von daher bin ich fest davon überzeugt, dass Musik seinen Stellenwert behalten wird, aber im Moment hat es den Anschein, als dass viele Menschen lieber fünf Euro für einen Kaffee bei Starbucks ausgeben, als sich irgendeinen Musik-Artikel zu kaufen. Alles unterliegt einer Veränderung, von daher bin ich ganz zuversichtlich, dass sich das auch wieder zugunsten der Musik ändern wird, sodass die Leute sagen, Musik hat einen ganz großen kulturellen Auftrag und diesen will ich unterstützen. Ansonsten werden nur die Interpreten überleben, die sich durch und über Werbung finanzieren und nur noch nebenbei Musik machen. Aber wenn das so wird, das wäre ja grauenhaft, das möchte ja hoffentlich niemand.“

Dennis: „Ihr seid nun 25 Jahre dabei und habt so Einiges erlebt. Was war genau die Idee und der Gedanke für das Album XXV?“
Dero: „Wir wollten uns auf jeden Fall wieder verändern. Mit dem letzten Album „Des Wahnsinns fette Beute“ hatten wir unseren Drang befriedigt, mal eine selbstironische, augenzwinkernde Platte zu machen. Von daher war uns auch klar, dass dieses Album ein krasser Gegensatz zum Vorgängeralbum sein soll. Wir sind eine Band, die sich immer selbst überraschen will, von Album zu Album und die sich nicht wiederholen möchte, obwohl wir auf all unseren Alben unsere Wurzeln nie verleugnet haben. Aber wir wollen uns schon verändern, so wie wir ja auch Menschen sind, die sich in ihrer Persönlichkeit verändern wollen. In den letzten 25 Jahren haben wir uns als Menschen zum Glück stark verändert. Also müssen wir auch bei jedem Album, das haben wir uns auf die Fahne geschrieben, so ehrlich mit uns umgehen, dass wir unseren intellektuellen und emotionalen Status Quo zu jedem Album so ehrlich wie möglich reflektieren. Wenn wir traurig oder melancholisch sind, machen wir ein trauriges oder melancholisches Album. Wenn wir eher sarkastisch, ironisch und augenzwinkernd drauf sind, dann machen wir so ein Album. Wenn wir eher aggressiv und ein bisschen brutal drauf sind, machen wir ein solches Album. Wenn du es nicht so handhaben würdest, dann würdest du dich selbst belügen und künstlerisch beschneiden. Wenn du dir denken würdest, was könnten meine Fans gut finden, was könnte die Presse toll finden, dann setzt du dir mit dieser Denkweise eine kreative Schere im Kopf an und letztlich würdest du dann auch nur noch Auftragsarbeit für deine Fans und die Medien abliefern und das wäre keine freie Kunst mehr. Wir haben gesagt, wir machen nur das, was wir gerade machen wollen und wenn das die Leute toll finden, umso besser. Aber wenn wir mit einem Album, das sich zu seinem Vorgänger-Album stark unterscheidet, Leute vor den Kopf stoßen, die dann sagen: Irgendwie verstehe ich das jetzt nicht mehr, dann ist das halt so. Wir riskieren bewusst, dann auch Leute zu verschrecken, zu verstören und vielleicht auch zu verlieren, die unsere Wandlungsfähigkeit nicht mitmachen können oder wollen. Umso stolzer sind wir natürlich darauf, dass wir über die 25 Jahre uns so einen harten Fan-Stamm erarbeitet haben, der gerade zu schätzen weiß, dass wir eine Band sind, die sich nicht wiederholt, wie es schon zigtausende andere Bands machen. Bei uns weiß man irgendwie nicht so wirklich, was man bekommt. Das ist wie bei der Pralinenschachtel in „Forrest Gump“, du weißt nicht wirklich, was du bekommst (schmunzelt). Das ist eigentlich auch gut, finde ich. Überraschung muss Musik auch liefern können, wenn sie dabei die Glaubwürdigkeit behält. Uns ist klar, dass nicht jeder jedes Album von uns mögen kann. Wir wollen auch gar keine Musik machen, die jedem gefallen möchte, sondern wir haben schon immer polarisiert. Das heißt, entweder man liebt uns oder man hasst uns, dazwischen ist glaube ich nicht viel Platz bei uns und damit können wir aber auch ganz gut leben. Aber das neue Album zeigt im Gegensatz zum Vorgänger-Album eher die Schattenseiten der menschlichen Psyche. Es geht tiefer, mehr ins Dunkle. Es sind 14 Lieder darauf, bezugnehmend auf ein populäres Buch könnte man es statt „XXV“ auch durchaus „Fourteen Shades of Black“ nennen.“

Dennis: „Ich konnte jetzt über den Album-Player bei Facebook schon in die Lieder reinhören und es klingt ja auf jeden Fall schon härter als bei Des Wahnsinns fette Beute.“
Dero: „Ja, natürlich. Wie gesagt, „Des Wahnsinns fette Beute“ war eher ironisch, augenzwinkernd, irgendwo auch ein bisschen beschwingt. Wenn du sarkastisch sein willst, dann musst du auch eine gewisse Beschwingtheit mit reinbringen, sonst wird Musik ja höchstens zynisch, aber zynische Musik wollten wir mit unserem letzten Album nicht machen, sondern eher sarkastische bzw. ironische. Jetzt ist die Musik wieder deutlich schwerer mit dem neuen Album, abgründiger, dunkler und auch aggressiver, das passt.“

Dennis: „Wie sehr freut ihr euch auf die Geburtstagsshows, die im Oktober starten?“
Dero: „Da freuen wir uns sehr, dass wir zusammen mit unseren treuen Fans Partys abfeiern können. Wie freuen uns, die neuen Songs live präsentieren zu können, die wirklich Spaß machen. Wir haben ja schon ein paar Übungssessions gehabt mit unserer Live-Band. Die neue Single „Alles aus Liebe“ haben wir jetzt schon live präsentiert. Die neuen Songs lassen sich prima live umsetzen. Also, wir haben da echt richtig Bock drauf.“

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Dero – Oomph!

Dennis: „Plant ihr zum 25-jährigen Bestehen auch etwas Besonders für die Konzerte?“
Dero: Wir werden einen gesunden Querschnitt aus unserer 25-jährigen Schaffensphase bieten, von alten Klassikern bis hin zu fünf, sechs neuen Songs vom neuen Album. Wir werden aber hoffentlich hauptsächlich durch unsere Glaubwürdigkeit und unsere Energie auf der Bühne glänzen. Es gibt einfach schon zu viele Bands, die einfach ablenken durch Special-Effects, Explosionen, Feuer, Qualm, Rauch. Letztlich geht es um die Musik und nicht um die Show, das ist meine Meinung. Ich bin ja nicht in Las Vegas und gucke mir Siegfried und Roy an, sondern ich möchte glaubwürdige Musik und authentische Musiker hören und sehen. Wenn du es als Musiker alleine durch deine Persönlichkeit nicht schaffst, Menschen mitzureißen, dann versuchen es manche halt durch die Show. Ich muss aber sagen, ich gehe lieber auf ein Konzert, wo ich mir hinterher denke wow, die Musik hat mich total mitgerissen, als dass ich sage boah, die Explosionen haben mich total mitgerissen, aber an die Musik kann ich mich gar nicht mehr so richtig erinnern. Das ist nicht so meins. Ich gehe auch lieber in Kinofilme, die mich berühren, weil die Leute ihr schauspielerisches Handwerk verstehen und nicht, weil die „Special Effects“-Abteilung am Computer ganze Arbeit geleistet hat und tausend Sachen gleichzeitig passieren, mit einer Schnittfolge, die mein Gehirn gar nicht richtig verarbeiten kann. Letztlich könnte bei ganz vielen neuen Filmen jeder mitspielen, weil die Schnitte so stark gesetzt sind, sodass du gar keine schauspielerische Leistung mehr bringen musst. So möchten wir auf der Bühne nicht sein. Wir wollen den Leuten glaubwürdig unsere Musik vermitteln, deswegen spielen wir alles komplett live und deswegen sagen wir, wir wollen das nicht künstlich aufpushen oder aufblasen, durch irgendein Hollywood-Spektakel.“

Ab diesem Zeitpunkt hat sich das Aufnahmegerät gedacht, ich sende nur noch ein Störgeräusch ab und biete dir keine Möglichkeit mehr, das Ende des Interviews nachvollziehen zu können. Der Rest des Gesprächs war aber noch sehr angenehm und interessant. Beispielsweise ging es in Sachen Kinofilme noch über den letzten Film, den Dero berührt hat. Dabei nannte er den Western True Grit mit den Schauspielern Jeff Bridges, Matt Damon und Josh Brolin.

Noch dazu bestätigte Dero, dass nächstes Jahr noch weitere Konzerte bezüglich des Albums „XXV“ kommen werden. Mit der Geburtstagsshow sind die Deutschrocker nämlich für lediglich vier Konzerte in Deutschland unterwegs und gehen danach erst einmal ins Ausland. Dementsprechend habt ihr voraussichtlich auch 2016 noch die Möglichkeit, das 25-jährige Bestehen gemeinsam mit Oomph! zu feiern. Wer sich aber darauf nicht verlassen will, der sollte schnell handeln, denn die Karten für die 4 Jubiläumskonzerte sind schon fast vergriffen.
Darüber hinaus wollte ich als Abschlussfrage noch wissen, was er selbst eigentlich für Musik hört, wo er selbst mit Oomph! doch sehr harte und schwere Musik macht. Dero antwortete, dass er selbst eher ruhigere Musik wie beispielsweise Jazz hört. In diesem Zuge sprach er kurz über Frank Sinatra, doch auch Filmmusik würde ihn sehr mitreißen.

Ich danke Dero auf jeden Fall noch einmal für das tolle Gespräch!
Ich wünsch euch was,
Dennis