Fotograf: Sergej Lepke

Hallo, ihr Lieben! 

Heute möchte ich euch jemand ganz besonderen vorstellen. Wusstet ihr denn überhaupt, dass unser Düsseldorfer Flughafen einen Flughafen-Seelsorger (weitere Infos) hat?
Und wenn ja… wisst ihr, wie der Arbeitsalltag eines solchen Seelsorgers aussieht?
Ich finde den Beruf sehr spannend und ich freue mich, dass der evangelische Pfarrer Detlev Toonen sich die Zeit genommen hat, mir seine Arbeit ein wenig näher zu bringen.

Liebst, Conny

Conny: „Seit wann gibt es die Airportseelsorge und was kann man sich darunter vorstellen?“
D. Toonen: „Die Airportseelsorge gibt es seit dem 01.09.2001 in Düsseldorf. Das Ganze ist unter der Prämisse entstanden, Menschen am Flughafen zu betreuen und zu begleiten… ihnen einfach zur Seite zu stehen. Heute, also nach über zehn Jahren, umfasst das ein sehr großes Gebiet. Angefangen von Begleitung, Kontaktierung und Betreuung von Passagieren und Abholern über Notfallseelsorge. Hierunter fallen vor allem Menschen, die etwas Schlimmes, zum Beispiel Tod an Bord oder am Urlaubsort, erlebt haben. Das hatten wir zum Beispiel auch beim Untergang der „Costa Concordia“. Da kamen dreißig Passagiere nach Düsseldorf, die mehr oder weniger ohne ihre Habseligkeiten ankamen. Zum Teil haben sie dann von uns Kleidung bekommen, wurden nach Hause gebracht. Das ging so weit, dass wir sie mit Fahrgeld versorgten. Des Weiteren beinhaltet die Flughafenseelsorge auch den Sozialdienst. Es gibt viele Deutsche, die im Ausland wohnen und dort nicht mehr wohnen dürfen. Sie werden dann nach Deutschland abgeschoben und kommen hier am Düsseldorfer Flughafen an. Hier haben sie kein Obdach, kein Zuhause und kein Geld. Für diese Menschen sind wir sozusagen die „Starthilfe“. Zum Beispiel bin ich gerade damit beschäftigt, eine 92jährige Deutsche aus Mazedonien zurück zu holen, ihr einen Altenheimpflegeplatz in Deutschland zu besorgen. In Deutschland hat sie genauso wenig Verwandte wie in Mazedonien. Sie ist ganz allein. Ich bin derjenige, der ihr dann hilft. Zu unseren Aufgaben gehört auch die Seelsorge für Abzuschiebende aus Deutschland. Dazu gehören Fortbildungsaufgaben und für Menschen im Ausland tätig zu werden, die dort im Gefängnis sitzen und nach Deutschland überführt werden sollen.“

Conny: „Wie reagieren die Menschen am Flughafen auf das Angebot?“
D. Toonen: „Die Menschen reagieren erfreut. Die meisten wissen aber nicht, dass es uns gibt. Wir sind die Schutzengel aus dem Hintergrund, die eben auf sie zukommen und für sie da sind. Schutzengel sieht man nicht, aber irgendwann sind sie da.“
 

Conny: „Ist die Seelsorge religionsübergreifend oder kommen mehr Gläubige zu Ihnen?“
D. Toonen: „Das Angebot ist religionsübergreifend. Wir wollen jedem Menschen helfen. Egal, ob Atheist, Buddhist, Hinduist, Christ, Moslem, Jude usw. . Für uns ist jeder Mensch gleich wichtig.“

Conny: „Was war das bewegendste Erlebnis im Rahmen Ihrer Arbeit?“
D. Toonen: „Alles ist irgendwie bewegend. Das Bewegendste war aber für mich der Tod eines Kindes in der Türkei. Ich hatte dann für die Eltern Trauerbegleitung zu leisten. Der Junge war neun Jahre alt. Das war schrecklich und ergreifend. Wenn man weiß, er hatte das Leben vor sich und muss dann auf tragische Weise an einem schönen Tag und an einem schönen Ort sterben. Er ist im Pool ertrunken.“

Conny: „Wie sieht die Ausbildung für Ihre Arbeit aus?“
D. Toonen: „Meine ehrenamtlichen sowie meine hauptamtlichen Mitarbeiter haben alle eine besondere Ausbildung. Angefangen von psychologischer und seelsorgerischer Ausbildung bis hin zu therapeutischen Ausbildungen. Das Ganze ist breit gefächert.“

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