Wie viele von euch mitbekommen haben, haben wir uns vor ein paar Tagen Bernd Stelters Show „Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten“ angeschaut. Netterweise hat sich der liebe Bernd vor der Show die Zeit genommen, ein wenig mit uns zu plaudern. Was dabei rauskam? Lest selbst!

Zunächst wollten wir -da wir die Show ja noch nicht kannten- wissen, was uns erwartet. „Ich singe die Lieder meines Lebens.“ sagt er und fügt lachend hinzu: „Man hört Lieder, die ich mit 15 geschrieben habe, bis zu dem, was ich als Letztes geschrieben habe. -Und wenn ich morgen wieder eines schreibe, wird es auch ins Programm aufgenommen. Lieder schreiben ist, wie Tagebuch führen.“

Aber seien wir ehrlich: bei Bernd Stelter denken wir im ersten Schritt an das Lachen. Gefühlstechnisch ist „Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten“ aber durchaus eine Berg- und Talfahrt, da mitunter auch ernste Themen, zum Beispiel der Tod seiner Eltern, behandelt werden.

„Ernste Themen sind in Düsseldorf und Köln erstmal schwierig, weil mich viele eben vom Karneval kennen.“ sagt Stelter. „Ich fremdele immer ein wenig mit dem Wort „Comedian“. Ein Comedian hat ein Mikrofon in der Hand und erzählt lustige Dinge. Das wäre mir zu wenig, Daran hätte ich keinen Spaß. Da muss mehr sein. Wenn man den ganzen Abend irgendwo sitzt, muss man auch einmal eine Gänsehaut kriegen und sich zurücklegen können.“

„Wenn ich „nur“ lache, wird mir langweilig.“

Ist Bernd Stelter denn nun der Meinung, dass man das Leben vielleicht ein wenig lockerer sehen sollte? Eben „Lieder singen“ sollte? „Ich bin kein klassisch-optimistischer Typ.“ erklärt mit Bernd und erstaunt mich damit schon ein wenig. „Es ist immer lustig. Die Leute sagen, ich sei eine Rheinische Frohnatur. Das stimmt nicht. Ich bin weder Rheinländer, noch Frohnatur. Ich bin niemand, der morgens wach wird und gut gelaunt ist. Das Leben besteht nicht nur aus Witzen. Aber man muss trotzdem zusehen, dass man den Kopf oben behält und optimistisch bleibt. Also: ich bin optimistisch, aber ich muss an meinem Optimismus arbeiten.“

Und wie geht das? „Man kann abends ins Bett gehen und sich fragen, was man Schönes am Tag erlebt hat. Es gibt immer etwas! Wenn Sie mit diesem Bild einschlafen, schlafen Sie besser und werden fröhlicher wach. Das hilft! Und wen jemandem nichts Positives einfällt, hilft es auch, den Fernseher einfach mal auszuschalten. Einfach offline zu gehen. Die schöneren Bilder finden draußen statt!“

Lassen Sie uns über Karneval reden…

Gab es eigentlich jemals eine Session, in der Bernd keine Lust hatte, auf der Bühne zu stehen?

„Am Anfang der Karnevalssession brauche ich immer ein wenig Zeit, um reinzukommen. Man hat noch das Weihnachtsfeeling im Kopf, zack! Tragen die Leute bunte Mützen und feiern Karneval. Eine Session, wo ich jedoch keine Lust hatte, hat es noch nie gegeben… und wenn es die geben würde, würde ich aufhören. Man soll nie „nie“ sagen, aber ich bin sehr sicher, dass ich das nie tun werde.“

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Bernd Stelter Live – Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten

„Man muss sich das Konfetti schon selber ins Leben pusten!“

… und genau das soll mit Karneval funktionieren? Viele Menschen sagen, Karneval sei verschriebene Fröhlichkeit. Was sagt Bernd Stelter dazu?

„Was machen Sie, wenn Sie eine schlimme Angina haben? Sie gehen zum Arzt, der Ihnen Medikamente verschreibt. Das nehmen Sie ein und freuen sich, wenn es Ihnen besser geht. Was ist beim Karneval anders? Selbst wenn das Ganze befohlene Fröhlichkeit sein soll, was ich nicht glaube, wo wäre das Problem? Solange die Leute fröhlich sind, sich in den Arm nehmen, das Handy zwischendurch vielleicht mal ausmachen und nicht irgendwelchen Möchtegernpromis in Containern sich beim Anbrüllen zugucken, wird es den Leuten besser gehen. Und wenn Karneval dazu beiträgt… Holla, die Waldfee!“

Und genau mit diesem „Holla, die Waldfee!“ und mit einem großen „Konfetti-Puster“ möchten wir uns für heute bei euch verabschieden!

Liebst,
Conny