Als Tourguide in Berlin erlernte Stefan Danziger seinen Stil für Stand-Up-Comedy und leitete souverän sowie mit viel Witz durch den Abend. Während er seine Kollegen anmoderierte, ließ er weder seine Verlobung, noch den Nachwuchs und schon gar nicht sein sonstiges Leben im Stadtteil Wedding aus. Geboren in der DDR landete er mit seiner Familie erst in Russland und dann nach der Wende endlich im gelobten Westen. Keines der Länder, in denen er früher lebte, gibt es heute noch. Was wird jetzt nur aus Berlin? Stefan Danziger hatte einiges zu erzählen.

Als erste Kollegin startete dann Andrea Volk in den Abend. Die Ruhrpottschnauze mit den unglaublichen Geschichten aus der Welt des Büros konnte im Nu das Publikum begeistern und als ehemalige Journalistin des WDR und Teleshopperin ist sie neben dem Stand Up Comedy auch als Schriftstellerin erfolgreich. Ihr erstes Werk zum Bühnenleben erschien unter „Jetzt tanzen alle Puppen“ als Buch und Hörbuch im Eichborn-Verlag. An diesem Samstag Abend unterhielt sie die Zuhörer aber vor allem mit den Wirren der Bürokratie im Büromanagement und begeisterte hier ebenso wie Stromberg.

Mit Osan Yaran kam der erste türkische Ossi auf die Bühne. Zu Hause im Wedding und somit quasi Nachbar des Moderators Danziger thematisierte er sein aufregendes Leben zwischen Kindererziehung, türkischem Familienleben und seiner Leidenschaft zu Topmodels. Durch seine Energie, den engen Kontakt zur ersten Publikumsreihe und seine spitzen Pointen konnte der Newcomer schnell begeistern und gerade wenn man dachte, verrückter kann es jetzt nicht mehr werden, setzte Osan immer noch einen drauf.

Tobi_Freudenthal

Tobi Freudenthal beim Quatsch Comedy Club Düsseldorf/ Copyright: niveau-klatsch.com

Nach der Pause stürmte dann Tobi Freudenthal zum Mikrofon und riss mit vollem Körpereinsatz und Elan die Zuhörer in seinen Bann.

Seine Alltagsgeschichten über Smalltalk und die kuriosen Erzählungen um das beliebte Büro-Wort „Mahlzeit“ strapazierten die Lachmuskeln des Publikums aufs Äußerste. Seine Performance wirkte spontan, ehrlich und authentisch und brachte mehr als einmal bei seinen Geschichten auf den Punkt, was eh alle dachten.

Mit Özgür Cebe schloss der Abend fulminant und der „bewegte Muselmann“ schafft es auf humorvolle wie auch nachdenkliche Weise das Publikum zu fesseln. Er spielte in seinen Geschichten gekonnt mit der Angst des Durchschnittsbürgers vor dem Terror und sei es nur, weil er aus Angst gerne mal Zeilen des Korans laut durch ein Flugzeug ruft. Mit stets passender Mimik und der perfekten Mischung aus Hochdeutsch und Proll-Dialekt unterhielt er die Zuhörer ausgezeichnet bis zum Schluss.

Nächster Quatsch Comedy Club ist am 7. und 8. Juni mit Sebastian Schnoy, Khalid, Friedemann Weise, Andreas Weber und Matthias Jung.

Viel Spaß!