Mähroboter – der leise Tod der letzten Igel

Mähroboter – der leise Tod der letzten Igel
Mähroboter – der leise Tod der letzten Igel/ Symbolfoto: Pixaby - Alexas_Fotos

In den letzten Jahren wurde er so richtig polulär und freut sich noch immer steigender Beliebtheit – der Mähroboter. Bereits in zahlreiche Gärten hat er schon Einzug gehalten und fährt Tag und Nacht wirre Streifen, damit das Gras so kurz wie möglich bleibt. Meistens hat er eine liebevoll gestaltete Garage, die zeigt, wie wichtig er seinen Besitzern ist.

Die meisten Geräte arbeiten nach dem Zufallsprinzip. Sie fahren so lange geradeaus, bis sie auf ein Hindernis treffen und auch wenn es chaotisch aussieht steckt ein komplexer Algorithmus dahinter. Eine Mischung aus Zufall und Statistik bestimmt dabei, um wie viel Grad der Roboter sich dreht. Unterstützend können für größere Gärten noch andere Techniken dazu kommen, damit auch ganz sicher jeder Punkt beim Mähen erreicht wird: Suchkabel, Fernstartpunkte, GPS-Navigation, Spiralschnitt/Spot Cutting, Automatische Passagenerkennung und Artificial Intelligence Algorithm (AIA). Nicht zuletzt ist er selbstverständlich auch über eine App steuerbar.

igel_symbolbild
BITTE UNBEDINGT NUR TAGSÜBER UND UNTER AUFSICHT FAHREN LASSEN / Symbolbild Igel

Doch was genau hat der Mähroboter nun mit dem Tod der Igel zu tun?

Igel sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Sie kommen abends aus ihren Verstecken und gehen in unseren Gärten auf Nahrungssuche. Dabei suchen sie auch gerne im Rasen nach Regenwürmern, Spinnen, Schnecken und anderen Insekten. Die Lautlosigkeit der Mähroboter mag für den Menschen ein Vorteil sein, für Tiere kann sie jedoch zur Todesfalle werden.

Selbst wenn Igel weglaufen würden, wäre ihnen nicht ersichtlich wie die chaotische Fahrt des Roboters weiter geht. Allerdings laufen Igel nicht weg. Sie rollen sich ein.

Und werden nicht selten dabei schwer verletzt. Ihre empfindlichen Gesichter werden oft so schwer zerschnitten, dass sie diese Attacke nicht überleben. Nur in seltenen Fällen finden wir die verletzen Igel – nämlich dann, wenn sie aufgrund extrem starker Schmerzen auch tagsüber zu sehen sind. Oft bekommen die Besitzer ihren qualvollen Tod aber auch gar nicht mit.

Der Igel auf dem Foto wurde zwar gefunden und zum Tierarzt gebracht, konnte aber leider nur noch erlöst werden. Mit einem Schnitt quer durch das ganze Gesicht wurde sein rechtes Auge zerstört, der rechte Kiefer skalpiert und die Nase abgetrennt. Bis er gefunden wurde lief er wohl noch einige Tage mit großen Schmerzen und Eiterherden durch die Gegend – unfähig Wasser oder Nahrung aufzunehmen.

Wie unvorstellbar müssen seine Schmerzen gewesen sein. Manche Igel haben Glück und können nach meist aufwendiger Behandlung wieder in die Freiheit entlassen werden, manchmal mit einem Ohr, Auge oder Beinchen weniger.

Schon lange fragen Wildtierstationen und Tierärzte deshalb als erstes nach einem Mähroboter, wenn verletzte Igel zu ihnen gebracht werden.

Igel gehören übrigens auch zu den direkten Verlierern im Zusammenhang mit dem massiven Insektensterben. Die von Mährobotern ständig extrem kurz gehaltenen Rasenflächen begünstigen den Insektenrückgang sogar noch weiter. So wird es für den Igel immer schwerer die lebensnotwendigen Fettreserven für seinen Winterschlaf anzufressen. Ein Teufelskreislauf.

Das Schicksal unserer letzten Igel liegt eindeutig in unseren Händen.

Betrachten wir das Rasenmähen doch einfach als sportliche Übung… Und wenn es aus gesundheitlichen Gründen wirklich nicht mehr geht findet sich in der Nachbarschaft bestimmt ein Schüler,

der sich über ein paar Euro Taschengeld mehr freut.

Für Diejenigen, die auf ihren Mähroboter nicht mehr verzichten können:

BITTE UNBEDINGT NUR TAGSÜBER UND UNTER AUFSICHT FAHREN LASSEN.

Sollten wir trotzdem auf einen verletzen Igel stoßen – dann bitte unbedingt zu einem Tierarzt mit Igelerfahrung oder in eine Wildtierstation mit ihm. DANKE!

 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*