Im Visier: Legehennen und ihre Eier – Teil 3

Pflanzlicher Eiersatz
Pflanzlicher Ei-Ersatz Quelle: A. Wolfarth

Teil 3: Tierfreundlicher Ei-Ersatz

Lt. de.statistica.com/2019 werden pro Kopf hierzulande 236 Eier im Jahr „verbraucht“. Die meisten von ihnen als sog. versteckte Eier. Diese müssen nicht bezüglich ihrer Herkunft gekennzeichnet werden, so dass man leider davon ausgehen muss, dass es sich fast immer um Eier der Klasse 3 handelt, eine Klasse, die kein Verbraucher mehr haben möchte…

Wäre es nicht sinnvoll, wenn man die versteckten Eier durch andere Lebensmittel ersetzen könnte?
Ja, das wäre es ganz sicher. Wir alle würden das Leid der Legehennen dadurch deutlich reduzieren.

Doch welche Lebensmittel können Eier nun in ihren Eigenschaften ersetzen?

Los geht‘s…

1. Banane

½ reife Banane = 1 Ei

Eine halbe zerdrückte Banane ersetzt ein Ei.

Passt wunderbar beim Backen von Kuchen, Keksen, Muffins o. ä. Bis zu 4 Eier lassen sich so ersetzen. Lecker!

2. Apfelmus

3 EL = 1 Ei

Bindet ebenso wie die Banane und eignet sich daher ebenso für süße Teige. Bis zu 3 Eier kann man in diesen Teigen so ersetzen.

3. Sojamehl

1 – 2 EL + 2 EL Wasser = 1 Ei

Man nehme 1 – 2 EL Sojamehl in eine kleine Tasse und gibt 2 EL Wasser dazu, verrührt alles und gibt das Gemisch dem Teig (ob süß oder herzhaft) hinzu.

Die Lösung ist recht praktisch, denn das Sojamehl ist locker 1, 2 Jahre oder länger haltbar. Man hat es immer zur Hand und ein Päckchen entspricht ca. 60 Eiern. Eine wirklich günstige und praktische Alternative!

4. Leinsamen, gemahlen

1 EL + 2 EL Wasser = 1 Ei

Gut geeignet für das Backen von Brot, Keksen, Vollkorngebäck. Einfach verrühren und dann in den Teig einarbeiten.

5. Stärkemehl (z. B. aus Mais, Kartoffeln)

1 EL + 3 EL Wasser = 1 Ei
Wie gehabt: verrühren und dazugeben.

6. Tomatenmark

1 – 2 EL = 1 Ei

Guter Ersatz für Burger/Bratlinge. Einfach in den Teig einarbeiten.

Im Handel gibt es mittlerweile zahlreiche Ei-Ersatz-Pulver zu kaufen. Aus meiner Sicht aber gar nicht notwendig, weil man von den o. g. Lebensmitteln sicher das eine oder andere immer da hat. Teilweise werden diese Pulver auch im Ausland hergestellt – eine Marke hat sogar den Weg aus Australien hierher als Ei-Ersatz geschafft. Das ist für mich irgendwie am Ziel vorbei…

Es gibt noch weitere Lebensmittel, die ein Ei ersetzen können wie z. B. Chia-Samen, Seidentofu, Mandelmus, Johannisbrotkernmehl. Die o. a. Beispiele sind jedoch nicht so „exotisch“ und heimisch sollte immer die erste Wahl sein. Zum Sojamehl sei angemerkt, dass die meisten BIO-Sojamehle von Sojabohnen stammen, die in Deutschland, Österreich oder Frankreich angebaut werden. Ein kurzer Blick auf die Verpackung gibt Aufschluss.

7. Glanz auf Gebäck

Mitunter wird Gebäck mit Ei bepinselt. Das geht wunderbar mit einem Gemisch aus Pflanzensahne und geschmacksneutralem Öl im Mischungsverhältnis 1 : 1.

8. Eischnee ohne Ei

Unbedingt Erwähnenswert – und auch wirklich spannend – ist der pflanzliche Ersatz von Eischnee. Es klingt fast unglaublich und irgendwie ist es das auch. Das Abtropfwasser von Kichererbsen oder Bohnen einige Minuten mit dem Mixer aufschlagen. Die Farbe wechselt in kurzer Zeit von trüb zu schneeweiß und hat genau dieselbe Konsistenz. Für den süßen Gebrauch einfach vorher Zucker dazu, anschließend unterheben oder wie sonst weiter verarbeiten.

Da man aber vermutlich eher selten das zeitgleiche Zusammenspiel von Kichererbsen zum Mittag und Baiser zum Nachmittag hat, gibt es hier einen erprobten

Praxis-Tipp:

Das Abtropfwasser kann einfach im Glas eingefroren werden und hat nach dem Auftauen seine Eigenschaften nicht eingebüßt. Unbedingt ausprobieren – macht Spaß! Kürzlich kam es in unserer Küche zum Einsatz bei der Herstellung von tierleidfreien Snickers. LECKER!

Mitunter wird Ei auch nur „für die Farbe“ verwendet. Das kann problemlos Curcuma übernehmen.

Kala Namak – der Geschmack vom Ei

Bei den menschlichen „Pflanzenfressern“ längst einen festen Platz im Gewürzregal hat Kala Namak.

Kala Namak, das „Schwarze Salz“ stammt aus Indien und der Geschmack erinnert zu 100 % an Ei. Durch dieses Salz ist es tatsächlich möglich das „Rührei ohne Ei“ zu genießen.

Zutaten:

  • 200 g Tofu natur
  • 3 – 4 EL Pflanzenjoghurt
  • Curcuma nach Bedarf (für die Farbe)
  • Gewürze nach Wahl (z. B. Paprika, Pfeffer)
  • Kala Namak (erst gegen Ende dazugeben, sonst verfliegt der Eier-Geschmack)

Tofu und Pflanzenjoghurt mit der Gabel zerdrücken bzw. verrühren. Die Gewürze dazugeben und ab in die heiße Pfanne. Alles wie sonst beim Rührei, gegen Ende Kala Namak dazu, frische Kräuter oben drauf und fertig!

Veganes Rührei
Veganes Rührei/ Quelle: A. Wolfarth

Herzhaft, sättigend und lecker und kann meiner Meinung nach durchaus mit einem „normalen“ Rührei mithalten.

Am Ende bleibt tatsächlich nur das gekochte Frühstücksei übrig…
Dafür können wir getrost etwas mehr bezahlen und es aus demeter-Haltung, vom Arche-Hof oder dem Bio-Laden des Vertrauens kaufen.

Wir haben die Wahl – es liegt an uns.
Macht mit – für eine bessere Zukunft, eine Zukunft ohne Tierleid.

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