Am letzten Wochenende haben wir uns für euch die Neufassung von „Aschenputtel“ des Theaters Liberi in Düsseldorf angeschaut. Das Besondere: wer hier mit der klassischen Grimm Geschichte rund um „Cinderella“ und ihre bösen Stiefschwestern rechnet, wird schnell eines Besseren belehrt. Vielmehr ist die „böse“ Stiefschwester überhaupt nicht böse, sondern hat vielmehr Interesse an einem Studium als am Prinzen.

Die Stiefmutter hingegen entpuppt sich als waschechter Workaholic und Kontrollfreak, der es am Ende doch noch schafft, die Kurve zu kriegen und sich entschuldigt. Pädagogisch besonders wertvoll, würde ich sagen… und weitaus weniger grausam als das Abhacken einer Ferse.

Ohrwürmer, eine schöne Kulisse und mitreißende Schauspieler

Dem Theater Liberi gelingt es auch bei Aschenputtel einmal mehr, zu beweisen, dass es keine extravaganten Kulissen braucht, um ein ganz besonderes Flair hervorzurufen. Die Story lebt von ihren gegensätzlichen Charakteren, jeder Menge Action und Humor, der nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen erreicht.

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Die Songs stehen der Disney-Fassung mit Hinblick auf das Ohrwurmpotenzial in nichts nach. Es wird klar: es braucht kein „Bibbe-di-babbe-di-bu!“ um den ganz besonderen Aschenputtelzauber zu vermitteln. Als „netter Nebeneffekt“ scheint sich im Stück auch der Faktor der Emanzipation der weiblichen Figuren eingeschlichen zu haben. Wieso sollte man sich für einen Prinzen einen Teil des Fußes abhacken? Wieso sollte man „nur“ heiraten wollen? Und warum dürfen Stiefschwestern nicht auch mal zusammenhalten?

Das Theater Liberi on tour

Das Theater Liberi bringt jedoch nicht nur „Aschenputtel“, sondern auch weitere Klassiker, wie zum Beispiel „Die Schöne und das Biest“ oder „Das Dschungelbuch“ auf die Bühne. Wer Lust auf besondere Inszenierungen hat, die zwar eng an das Original angelehnt, jedoch für sich einzigartig sind, sollte sich die Stücke nicht entgehen lassen.

Liebst,

Conny