Hallo, ihr Lieben!

Heute war in Düsseldorf rund um die Arcaden mal wieder „Großkampftag“ angesagt. Immerhin war verkaufsoffener Sonntag! Das bedeutet für den normalen Durchschnittsdeutschen: Kaufen als gäbe es kein Morgen mehr! Wenn dann auch noch vor den Toren der Mall ein Talentwettbewerb ausgetragen wird, ist das proppevolle Parkhaus doch schon quasi garantiert… .

Eine hochkarätige Jury kürt die Gewinner und erfüllt (fast) die Klischees einer typischen Castingshow

Jetzt, nachdem die Sieger des Wettbewerbs feststehen und wir uns vor Ort einen Eindruck machen konnten, stehen wir „Talents Most Wanted“ teilweise sehr positiv, teilweise auch ein wenig skeptisch gegenüber. Zunächst sei zu bemerken, dass der Wettbewerb wirklich gezeigt hat, dass wir uns etwas auf unsere Landeshauptstadt (und die nähere Umgebung) einbilden können. Künstler, die mit ihrer Arbeit teilweise noch kein Geld verdienen, sich jedoch vor ein öffentliches Publikum trauen und dabei abliefern, als gäbe es kein Morgen mehr, gibt es in der heutigen „Ich lasse Playback laufen und hopse lustig rum!“-Zeit viel zu selten. Nahezu jeder hätte es, unserer Meinung nach, wirklich verdient, als Sieger von der Bühne zu schreiten. Top-Performances in jeder Hinsicht.

— und da sind wir auch schon beim Haken: weshalb ein „bunter Salat“ á la „Das Supertalent“? Weshalb müssen sich Sänger mit Tänzern und Akrobaten um Platz 1 bis 3 messen, wo doch die verschiedenen Stilrichtungen nicht im Geringsten miteinander vergleichbar sind? Geht es vielleicht doch nur darum, dem Publikum möglichst viel zu zeigen, es zu überfüttern und eine breite Masse anzusprechen? Keine Frage: die Messlatte auf der Bühne vor den Arcaden war hoch. Sehr hoch. Dennoch hätten wir uns ein wenig mehr Struktur gewünscht, so dass Gesang, Kunst, Akrobatik… was auch immer… noch besser in einen Wettbewerb miteinander hätten treten können.

Zum Anderen war es schade, dass der Fokus der Moderation (und der Show) mit Hinblick auf die Jury fast ausschließlich auf Cassandra Steen lag. Sie ist eine Süße, keine Frage. Sie hat unglaublich viel Talent und ist sicherlich eine der besten Sängerinnen in Deutschland,… auch klar. Trotzdem schade, dass andere Jurymitglieder, wie beispielsweise BMX-Talent Christian Böhm vergleichsweise wenig Beachtung fanden.

Das Rundherum – „Es ist einfach zu viel!“

Dieser Satz einer Dame, die auf der Rolltreppe vor mir stand, traf den Nagel auf den Kopf: zeitweise hatte der Besucher den Eindruck, die Arcaden wüssten selbst nicht, was sie an dem Tag in den Fokus rücken sollten. Talente, Coupons, Angebote, Kinderschminken, Shows, ein Flashmob… Reizüberflutung! Man wusste teilweise nicht, wohin. Dabei wäre ein Talentwettbewerb dieser Qualitätsklasse auch ohne Probleme ohne Sparaktionen in der Mall hervorragend angekommen. Liebe Organisatoren: manchmal ist weniger wirklich mehr. So viele Hotspots aufeinmal können dafür sorgen, dass Besucher sogar früher als geplant ihr Parkticket wieder zahlen.

Fazit

„Talents most wanted“ hat gezeigt, dass Düsseldorf nicht nur eine schöne Stadt ist, sondern auch teilweise noch unentdeckte Talente in sich trägt. Ein bißchen weniger „RTL-Casting-Gefühl“ und ein wenig mehr Selbstbewusstsein hätte dem Wettbewerb dennoch gut getan. Da ist noch Luft nach oben.

Liebst,

Conny