Hallo, ihr Lieben!

Oh, wie ich sie liebe. Die Musikredakteure, die ein Konzert besuchen, sich offensichtlich schon vorher nicht für die Sänger interessiert haben und danach (fast) kein gutes Haar an dem Abend lassen. Nachdem ich eine -wie ich finde eher für den Schreiber schon fast peinliche- Rückschau zu Night of the Proms in Frankfurt gelesen habe, war ich skeptisch. Kann Köln luppen? Werden die Zuschauer hier „etwas Ganzes“ sehen? Oh ja. Wieder eben einmal der Beweis dafür, dass Kunst nur dann ankommt, wenn sie auch verstanden wird.

Bewährtes Konzept, klasse Umsetzung

Wer NotP kennt, weiß, dass hier klassische Musik und Rock-Pop-Elemente im Mix mit einem Kultstatus aufeinandertreffen. Der Plan, das Publikum hier mitzureißen, ging in Köln perfekt auf. Der Rheinländer weiß eben Gutes zu schätzen. Headliner des Abends: Simple Minds, Ronan Keating, Natasha Bedingfield und Stefanie Heinzmann, sowie John Miles und Time for Three… – eine internationale Mischung quer duch alle Alters- und Musikklassen. Top.

Ronan Keating als Stimmungsmaschine

Er kann’s einfach immer noch und muss sich nicht hinter einem Ex-Boyzone-Image verstecken. Der Ire hat unter anderem auch schon zweimal für den Papst gesungen. Da sollte das Publikum in NRW doch auch kein Problem sein, oder? Egal, ob „Life is a Rollercoaster“ oder „When you say nothing at all“… die Leute gehen mit, tanzen und freuen sich, dass der Sänger auch nach 22 Jahren Showbiz offensichtlich noch nichts von seinem Charme verloren hat.

Stefanie Heinzmann röhrt… und das Publikum liebt sie

Kaum eine andere deutsche Sängerin hat wohl so eine charismatische, leicht-raue Stimme wie Heinzmann. Die Raab-Entdeckung heizte auch in Köln ordentlich ein und musste keinesfalls hinter internationalen Größen zurückstecken. Im Gegenteil! Genaugenommen können wir stolz auf eine Sängerin sein, die auf der Bühne steht, als wäre sie ihr zweites Zuhause. Ohne Allüren. Echt. Verdammt gut.

Simple Minds als Sahnehäubchen

Über 30 Millionen verkaufte Platten, politisch, rockig-poppig. So könnte man Simple Minds wohl am besten beschreiben. Die Jungs ruhen sich jedoch nicht auf ihrem Erfolg auf, sondern beweisen auch in Köln: „Von nichts kommt nichts!“. Egal, ob ruhig oder fetzig: hier treffen sich ganze Fangenerationen in einer Welt zwischen „Don’t you“ und „Belfast Child“.

Zum großen Finale standen alle Künstler nochmals auf der Bühne, ließen sich (zurecht) feiern und verabschiedeten sich. Es ging weiter. Night of the Proms ist kein einzelnes Konzert, sondern mittlerweile eine echte Erfolgsserie. Wer es irgendwie einrichten kann, sollte sich dieses Happening, diesen bunten Blumenstrauß an Musik und Kunst nicht entgehen lassen.

Liebst,

Conny

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