Es hatte ein bisschen etwas von Silvester, als riesige Luftschlangen in der Arena auf die Besucher schwirrten. Zusammen mit dem mit Bier und Cola verklebten Boden hatte man beim Tanzen eine wunderbare Dekoration an seinen Schuhen.

Party pur also. Die Mayday feierte ihr 25-Jähriges, wie immer in den Westfalenhallen Dortmund. Und wie immer bis in die frühen Morgenstunden. Nur die härtesten Partygänger hielten es noch in der Factory, dem Floor für die harten Beats, mit MC The Watcher und MC H aus, nachdem noch bis viertel vor acht am Sonntagmorgen die altehrwürdigen Charly Lownoise & Mental Theo auflegten.
History, das war das Stichwort der Jubiläums-Mayday. In einer Kombination aus 90’er Sound und aktuellen Beats waren laut Veranstalter 20.000 Besucher mit dabei, um dieses Ereignis zu feiern.
Der Twenty Dome, der Floor für die legendären DJ`s wie Dune und Ravers Nature, ist erst vor kurzem dazu gekommen.
Einer, der fast schon zum Inventar gehört, nämlich der legendäre Sven Väth, rockte auch dieses Jahr wieder den Empire – eine Legende, die nicht fehlen darf. Er ist noch einer der wenigen Verfechter der Vinylscheibe auf Live-Events. Väth, der Meister an den Turntables.

Doch die neue, die modernisierte Mayday, wie sie schon seit einigen Jahren in Erscheinung tritt, hat ein wenig an „Spirit“ verloren. Keine Mayday ohne Westbam ? Und doch findet sie weiter statt. Für den Mitbegründer des Kult-Raves gibt es seit Jahren keinen Platz mehr, am 30. April, wenn die Mayday Jahr für Jahr ihre Kulttore öffnet. Über die Gründe kann immer nur spekuliert werden. Aus den „Members of Mayday“, die legendäre Zusammenkunft der DJ`s, die sich um 1 Uhr geschlossen auf der Bühne versammeln, um nach den Hits der Maydays abzuzappeln, sind längst die „Friends of Mayday“ geworden. Der Name spricht Bände.
Gut, dass es Acts wie die Disco Boys gibt, die es gekonnt wissen, Westbam musikalisch in ihr Set einzupflegen. Sie sind die Gentlemen der Houseszene, die Partyfreaks mit dem hohen Unterhaltungswert. Einer legt auf, der andere spackt rum. Ein Fest, den beiden zuzuschauen.
Die Disco Boys spielten im gemütlichen Mixery Casino, gefolgt von Tom Novy, der unter anderem den kürzlich verstorbenen Prince in seinem Set hatte. Und Top-Act Robin Schulz sorgte bereits zum zweiten Mal für eine frische Rehabilitation des Raves. Das ließen sich auch Stars wie Oliver Pocher nicht entgehen, die backstage mitravten. Also: Mayday rules – immer noch.
14 Stunden dauerte das Spektakel, bei dem Jahr für Jahr auch immer wieder die Licht- und Pyroeffekte für Aufsehen sorgen.

In diesem Sinne: Party on!

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