Seien wir doch mal ehrlich… Vorbands haben es mitunter schwer. Die meisten Gäste trudeln, vor allem dann, wenn sie Sitzkarten haben, kurz vor knapp ein, freuen sich auf den Main-Act und nutzen den Support dankbar, um nochmal schnell zur Toilette gehen zu können. Anders so gestern abend. Anders in Mönchengladbach.

Bei angenehmen 25 Grad füllte sich der Sparkassenpark langsam, aber stetig. Gegen 19:15 Uhr betrat Fernando Varela die Bühne. Ohne viel Tamm-Tamm, dafür mit Hut und guter Laune begrüßte er das Publikum, das ab dem ersten Song mitging, als seien sie auch wirklich zum Teil nur für ihn gekommen. Doch wer ist „er“ eigentlich? Wer ist der Mann, von dem David Foster sagte: „You will be hearing a lot more from that guy, I guarantee you!”.

Fernando_Valera_Cornelia_wilhelm

Fernando Valera und Cornelia Wilhelm

Varela wurde in Puerto Rico geboren und ist ein klassischer Cross-Over Tenor. Was das bedeutet, bemerken die Zuschauer spätestens nach der ersten Performance-Minute. Der Sänger kann sowohl Oper als auch funkigen Pop, hopst über die Bühne und in die Herzen der Fans. Eins merkt hier jeder: Er hat Spaß an der Sache freut sich auf Mönchengladbach und auf die kommenden Gigs. Den Hauptact, Lionel, bezeichnet er als „living legend“, mit der er in der Vergangenheit schon gemeinsam singen durfte. Valera versprüht hier eine authentische Mischung aus Ehrfurcht und einem Künstler, der sich nicht hinter einem eben noch Größeren verstecken muss. Lionel hat mehrere Jahre Bühnenerfahrung auf dem Buckel. Eine Karriere, die Valera eventuell noch bevorsteht.

Besonders sein neuestes Werk „Vivere“ kommt an. Mit einer Mischung aus Pop, Funk und guter Laune, inklusive der Message, wie schön es doch ist, seine Träume leben zu dürfen, verabschiedet sich der Puerto Ricaner. Kurz später betritt Lionel die gut angewärmte Bühne. Keiner hatte das Gefühl, in musikalischer Hinsicht minderwertig versorgt worden zu sein. Stattdessen gab der „Anheizer“ alles und nahm das Publikum mit auf eine Reise zwischen Oper und Pop und bewies damit, dass, besonders mit Hinblick auf Musik, die Grenzen fließend sind… und dass es Spaß macht, auch mal über den Tellerrand zu blicken.

(c) facebook Lionel Richie

(c) facebook Lionel Richie

Und Lionel? Lionel lieferte ab, wie ein Weltstar eben abliefert. Ich habe ihn hinter der Bühne mit einem Teil seiner Crew den Gang entlang gehen sehen. Lässig, aber konzentriert, schien er sich auf das Mönchengladbach zu freuen, dessen Namen doch beim Aussprechen so lustig in der Kehle kitzelte.

Besonders beim Hauptact gab es also (Gott sei Dank) keine Überraschungen. Wir hätten am liebsten „All night long“ weitergefeiert, immer wieder „Hello“ gerufen und noch 100 Mal „Easy“ gehört. Kein Zweifel: ein Mann, der einen Abend mit einer so langen Liste an Kulthits füllen kann, die sowohl ältere Semester als auch junge Menschen im Publikum mitsingen können, ist wirklich eine lebende Legende.

Danke Lionel! Danke für jeden Ton, danke für einen tollen Voract und danke für eine tolle Show!

Liebst,

Conny