Im ehrwürdigen Robert-Schumann-Saal wirkte Jackie Cohen an diesem Abend mit ihrer Band zunächst etwas verloren, eroberte sich aber schnell das Publikum durch eine kraftvolle und lautstarke Performance, die zwar kurz, aber auch sehr prägnant war.

Die bekannten und neuen Stücke des Tacoma Night Terror Part 1&2 krachten durch den holzgetäfelten Raum, dessen brillante Akustik die klare Stimme der Sängerin besonders hervorhob und dem Publikum sehr gefiel und was mit reichlich Applaus nach dem Auftritt belohnt wurde.

Nach einer kurzen Umbaupause bei nahezu voller Beleuchtung, die jegliche Stimmung wieder verfliegen ließ, ergriff dann der Oberbürgermeister kurz das Wort, um das Festival und den kulturellen Anspruch der Stadt ausgiebig zu preisen. Die Ansprache wurde mit Pfiffen und Applaus und dem Wunsch begleitet, der Headliner des New Fall Festival möge doch bald die Bühne betreten.

Mac deMarco – chaotisch, liebenswert und ganz viel Bier

Nach ein paar weiteren Minuten wurde dann das Licht angemessen gedimmt und die Band um Mac deMarco betrat mit reichlich Bier bewaffnet die Bühne, feixte ausgiebig mit dem Publikum und konnte schnell ihrem Ruf als chaotische, aber liebenswerte Band gerecht werden. Leider fehlte an diesem Abend den Stücken der Schneid und die Band spielte ihre besten Lieder wie mit angezogener Handbremse. „Cooking Up Something Good“ plätscherte so dahin, als würde Mutti wirklich einen Möhreneintopf in der Küche kochen.

Das hinderte aber wohl eine Zuschauerin nicht daran, ihren BH auf die Bühne zu werfen, was hernach von der Band ausgiebig diskutiert und mit einigen Bieren gefeiert wurde, die Mac DeMarco stilecht mit den Zähnen geöffnet hatte.

Schon verließen die ersten Zuschauer den Saal und verpassten dann aber schließlich doch noch ein fulminantes Ende, bei der die Band unter Mithilfe einiger Musiker von Jackie Cohen Nirvana coverten, während Mac DeMarco auf den Boxentürmen tanzte und dieser Abend letztendlich doch irgendwie wieder Sinn machte.

Und sonst so?

Während an diesem Donnerstag noch Die Nerven, Scott Matthew und Der Plan aufspielten, kann sich der Festivalbesucher am Freitag über Hundreds & Joco, L’aupaire, Yuno und den popNRW Abend mit Goldroger, International Music und Moglii im Weltkunstzimmer freuen.

Euer Carsten