20 Jahre gibt es das Hurricane Festival jetzt schon. Das sollte mit dem Jubiläum natürlich ordentlich gefeiert werden. Vier Bühnen, ein großes Gelände und hochkarätige Bands sollten für drei wirklich schöne Tage sorgen. Das Wetter wollte jedoch nicht so, wie es Besucher und Veranstalter sich vorgestellt hatten. Es gab eine Menge Regen, welcher für mehrere Unterbrechungen sorgte.

Lasst euch aber gesagt sein, dass es sich hierbei keinesfalls um ein zweites Rock am Ring handelte! Das Southside wurde dagegen aufgrund starker Sturmwarnungen, Regenfälle und einiger Verletzten letztendlich abgebrochen. Dieses Jahr ist aber wirklich der Wurm drin, doch das Hurricane ließ sich davon nicht beirren. Das lag vor allem an den tollen Besuchern, die sich von den Unwettern nicht haben abschrecken lassen!

Schlechtes Wetter, verständnisvolle Besucher
Zur Überschrift dieses Beitrags: Leider birgt sie nicht nur einen metaphorischen Sinn, denn Wasser gab es wirklich viel. Der Regengott ließ sich nicht beirren und schickte seine Diener in Form mehrerer Gewitterzellen voraus, die für eine Menge Chaos sorgten. Starkregen, Donner, Blitze und Geröll gab es von oben. Das Festivalgelände in Scheeßel wirkte schnell wie eine riesige Schlammgrube und an vielen Stellen hatte man aufgrund des Matsches das Gefühl, bei Tough Mudder zu sein – Moment, das war doch erst letztens, oder nicht?

Wer am Donnerstag anreiste, blieb übrigens größtenteils trocken. Da schien nämlich noch die Sonne und es war wirklich warm. Eine frühe Anreise lohnte sich, denn schon eine Nacht vor dem eigentlichen Start des Festivals standen für euch einige Warm-Up Partys im Programm. Auf der White Stage gaben sich beispielsweise Romano und Großstadtgeflüster schon einmal die Ehre, um euch richtig einzuheizen. Das klappte soweit auch, doch für die Nacht war ein starkes Gewitter angekündigt – und das kam.

Es wurde dementsprechend laut, nass und viele Teile des Geländes mussten abgepumpt werden. Manche Wege wurden neu planiert, um die aufgekommenen Gefahren auf dem Gelände zu mindern. Das klappte auch soweit, denn etwas später als geplant konnten die Besucher am Freitagnachmittag auf das Gelände.
Die Vorfreude auf die bevorstehenden Bands war groß. Am Freitag sollten schließlich K.I.Z., Rammstein, Pennywise, Royal Republic und auch The Hives auftreten. Nachdem Royal Republic auf der Green Stage abrockten, musste das Gelände aufgrund anstürmender Gewitterzellen evakuiert werden, was wirklich wunderbar funktionierte.

Hurricane

Hurricane 2016

Ein toller Freitag, ein enttäuschender Samstag
Gegen 20:30 Uhr am Abend ging es dann weiter und alle konnten noch einmal so richtig abfeiern. Die Show von Rammstein war spitze, eröffnet wurde das Ganze mit dem neuen Song „Ramm4“. Klassiker wie „Du Hast“ oder „Sonne“ durften natürlich nicht fehlen. Bei „Zerstören“ enthüllte Sänger Till Lindemann am Ende sogar einen Bombengürtel unter seinem Mantel, der krachend explodierte. Rammstein ist also so provokativ wie immer unterwegs und so soll es ja auch sein. Noch dazu konnte die Band das größere Gelände für ihre Pyro-Effekte nutzen, was sich die Berliner nicht zwei Mal sagen ließen.
Im Vorfeld sorgten übrigens The Hives und Dropkick Murphys für Stimmung. Letztere hatten ebenfalls neue Songs in petto, welche von den Zuschauern ausgiebig abgefeiert wurden. Leider stand es um die White Stage, die sich unter einem riesigen Zelt befand, nicht so gut. Jene war völlig überflutet und dort konnte an diesem Abend keine Band mehr auftreten. Doch es gab genug Platz bei der Blue und Red Stage. K.I.Z. ließen sich nicht lumpen und betraten dann die Bühne, als es für Rammstein schon vorbei war. Wer auf dem Weg zum Zelt war, ließ sich dann mit Songs wie „Hurra die Welt geht unter“ beschallen. Das kann man auch schlechter haben.

Auch Pennywise sorgten für eine rockige Nacht. Doch am frühen Samstagmorgen ging es los und es schüttete wie aus Eimern,… was noch milde gesagt ist. Schnell war klar, dass sich das heutige Programm ebenfalls verschieben würde. Wieder sollten die Besucher in ihren Autos Schutz suchen. Nach mehreren Anpassungen musste der Samstagabend dann ebenfalls abgebrochen werden und den Besuchern ging ein kompletter Tag verloren. Auch sehr zum Verdruss des Veranstalters, denn schließlich konnten eine Menge Bands nicht auftreten, die extra angereist waren. Darunter unter anderem The Prodigiy, The Offspring oder Editors.

Hurricane

Hurricane 2016

Eine arbeitsreiche Nacht
Der Veranstalter gab aber nicht auf und verkündete große Pläne für die Nacht und den bevorstehenden Sonntag. Mit Hilfe des THWs und der Feuerwehr sollte in der Nacht so viel Wasser wie möglich abgepumpt werden. Und genau das klappte auch, denn am Sonntag konnte gegen 11:30 das Gelände für die Besucher geöffnet werden. Die Wetteraussichten ließen auf einen sonnigen Sonntag schließen. Viele Wege wurden mit Schotter neu planiert und das Gelände war für jedermann begehbar.
Die gute Laune der Besucher hat ebenfalls eine Menge zur Situation beigetragen. Denn auch, wenn der Samstag komplett ins Wasser fiel, war die Hoffnung für den Sonntag groß. Die Leute waren gut drauf, haben mit dem Veranstalter zusammengearbeitet und sich auch untereinander geholfen. So soll es doch sein! Dadurch wurde der Sonntag zu einem erinnerungswürdigen Festival-Tag. Bands wie Bosse erwähnten dies ebenfalls noch einmal auf der Bühne. Ohne die Besucher, also euch, wäre dieses Festival letztendlich nicht als Erfolg zu verbuchen.

Hurricane

Hurricane 2016

Gegen Abend konnten dann Mumford and Sons, Deichkind und Prinz Pi für einen gelungenen Abschluss sorgen. Noch dazu konnten die Fußball-Verrückten das Deutschland-Spiel live auf Leinwänden mitverfolgen und ordentlich abfeiern. Wie gut kann die Stimmung also sein, wenn nach einem misslungenen Tag alles super läuft, weil Veranstalter und Besucher die Fassung nicht verloren haben? Da muss man einfach dabei gewesen sein, Punkt!

Dieses Jahr sind viele Festivals von Unwettern heimgesucht worden und das Hurricane 2016 hat gezeigt, dass niemals zu früh die Flinte ins Korn geworfen werden sollte.

Meinen tiefsten Respekt an alle Beteiligten.
Bis zum nächsten Jahr,
Dennis