Zum nun schon elften Mal ging der „Fisherman‘s Friend Strongman Run“ am 26.Mai 2018 auf dem Nürburgring an den Start und knapp 10.000 Läufer gingen mit Leib und Seele mit!

Die berühmt-berüchtigte „grüne Hölle“ glich an diesem Samstag eher einer trockenen Wüste. 25 Grad klangen ja zunächst machbar, aber auf und um den Nürburgring machten sie sich dann nicht zuletzt auf dem dunklen Asphalt bemerkbar.

Auch die neue Streckenführung tat ihr Übriges. Von der Rennstrecke ging es rasch ins Gelände, dort munter bergauf und bergab, Treppen rauf, Treppen runter und alles wieder von vorn. Läuferisch hat der Strongman Run definitiv eine Schippe draufgelegt. Aber auch an den Hindernissen hat der Veranstalter geschraubt.

Meiner Meinung nach, war das jetzt aber auch nötig, wenn man den Strongman Run mit anderen Hindernisläufen vergleicht und überlegt, dass das Nürburgringgelände durchaus großartige Möglichkeiten bietet. Bei der diesjährigen Umsetzung ist aber dennoch Luft nach oben.

Ein dickes Plus gibt es für die Mondlandschaft:

Wiese, Gruben und ein matschig-rutschiger Hügel, der ohne Mitstreiter überhaupt nicht alleine zu bewältigen gewesen wäre. Da kam tatsächlich ein wenig „Wir-Gefühl“ auf, das ich die letzten Jahre öfters mal vermisste habe auf dieser Strecke. Das lag zum einen daran, dass man immer alle Hindernisse sehr gut alleine bewältigen konnte und zum anderen daran, dass der Strongman Run eben ein Lauf um Zeit ist.  Da ist sich dann eben leider jeder selbst der Nächste und drängelt was das die Hindernisse hergeben. Aber alles Drängeln half am „Knieschleifer Wall“ nicht. Das Hindernis aus Schiffscontainern, die es über Netze durch Wasserfälle zu bezwingen galt, war leider viel zu schmal geraten, sodass die zuständigen Streckenposten immer nur eine Handvoll Läufer durchwinkten. Das Resultat: Mindestens 20 Minuten Wartezeit und leicht angesäuerte Läufer.

In der zweiten Runden war dann die Bahn frei, aber das bringt den 12-Km- Läufern herzlich wenig. Übrigens nicht die einzige Stelle mit Wartezeiten und der Grund für Teilnehmerkritik am Massenstart auf Facebook. Der Veranstalter hat recht: Natürlich ist die Atmosphäre einer gemeinsamen Warm-Up-Show mit Band und Feuerwerk ein Gänsehautmoment, aber der bleibt leider nicht lang, wenn nach ein paar Metern schon wieder Schluss ist. Das geht sicher noch besser!

Die Stimmung auf und neben der Strecke war trotz Wartezeiten wie jedes Jahr atemberaubend. Neben ein paar Klassikern, wie dem Reifenhaufen und dem Schwimmbecken, das bei der Affenhitze weniger Hindernis und mehr Wohltat war, gab es ein neues „Knieschleifer Bootcamp“, ein wildes Hoch und Runter über und unter Reifen, Stroh und durch Wasser hindurch und im Zieleinlauf „Pustekuchen“ – eine überdimensional große Windmaschine, die das schicke Finisher-Foto um ein verkniffenes Gesicht und eine Sturmfrisur bereichert.  Und Apropos „Pustekuchen“- das galt dann leider auch für das „Siegerbier“. Das war leider nämlich (erstmal) vergriffen und wurde mit den Worten „Dann müsst ihr halt mal schneller laufen!“ abgetan. Ein schlechter Scherz über den zu diesem Zeitpunkt keiner lachen konnte!

Nachschub gab es dann aber plötzlich 15 Minuten später doch noch.

Bis dahin war verpflegungstechnisch alles perfekt: Orangen, Bananen, Proteinriegel, Iso-Drinks und reichlich Wasser. An dieser Stelle, ein riesen Dankeschön an die vielen freiwilligen Helfer an den Verpflegungsständen, aber natürlich auch an alle Sanitäter, Streckenposten und die unzähligen Zuschauer für die großartige Unterstützung. Es war mit ein paar minimalen Abstrichen wieder ein großartiges Event bei bestem, wenn auch herausforderndem, Wetter. Am Ende überwiegt für wohl jeden, der 10.000 Leute der Stolz, die Medaille im Ziel in Empfang nehmen zu dürfen. Denn der Läufer sieht kein Stück Metall -er sieht den Schweiß, den Wadenkrampf, den fiesen Schweinehund, den er bezwungen hat, auf dem Weg zum ganz persönlichen HERO MOMENT! Und deswegen reißt der Hype nicht ab!