„Nur die Besten sterben jung…“ dachte ich mir, als ich mich krank am Freitag zum Maifeld Derby nach Mannheim schleppte. Zum Glück gibt es ja für jedes Wehwehchen das passende Mittel und so kann ich euch, zumindest von Freitag, vom wunderbaren Maifeld Derby berichten.

„Klein aber fein“, trifft es wohl ganz gut, denn das Maifeld ist mit seinen knapp 13.000 Besuchern doch recht überschaubar gewesen. Mein Eindruck war, dass sich die oben benannte Zahl doch großzügig auf die Tage verteilte, denn das Maifeld Derby ist kein typisches drei-Tage-Camping-Festival.

maifeld_derby_2015_001_01-DSC_5037Was mir nicht so gut gefallen hat -und auch im Gespräch mit einigen Besuchern angesprochen wurde- war die „Doppelschlange“ – anstehen beim Einlass und anstehen bei der Bank. Bank? Ja – ein eigentlich ganz pfiffiges Konzept, ist leider ziemlich zeitraubend, denn auf dem Festivalgelände gibt es kein Geld, sondern den Derby Dollar, das Essensmärkchen für 1,10€ das Stück.

Ansonsten begeistert das Maifeld Derby 2015 nicht nur mit einem tollen Line-Up, sondern auch mit super gemischten Publikum, was wiederum für ein vielfältige musikalische Auswahl spricht.

Angeschaut haben wir uns am Freitag zwei super Künstler. Gisbert zu Knyphausen hat mir richtig Spaß gemacht. Ich war zwar völlig gebeutelt, aber hey, da konnte echt keiner stillstehen. Wem der Name des 36-jährigen liedermachenden Rhein-Hessen bekannt vorkommt und ihn trotz beharrlichen Nachdenkens nicht mit Rock-Blues-Mischmusik und feinsinnigen Texten in Verbindung bringt, dem sei zu einem Glas Wein geraten, den macht nämlich der Papa, Baron zu Knyphausen.

maifeld_derby_2015_008_08-DSC_1344Weiter ging es danach mit Schwedens sympathischstem Musikexport… nach Abba. Wer jetzt auf einen urschwedischen Namen hofft, der wird enttäuscht. Bühne auf für José González und sein Band! Ja, man könnte denken: „Noch so ein Singer-Songwriter-Schnösel“ – aber unterschiedlicher können José und Gispert kaum sein. Jose Gonzales ist trotz hervorragender Band eher der Typ der leisen aber beschwingten Töne – und wenn dann zu „Heartbeats“ die große Diskokugel unter dem Zeltdach anfängt, alles mit funkelnden Sternen zu überziehen, träumen wir uns mit José zum nächsten Maifeld 2016.

Wir freuen uns!

Euer Tobi